Thematisches Investieren Die Umsatzgewinner von morgen finden

Roboter für die Kindererziehung: Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch | © Getty Images

Roboter für die Kindererziehung: Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch Foto: Getty Images

Die Megatrend-Themen haben auch in der Politik höchste Priorität: Die Bundesregierung will bis 2025 beispielsweise drei Milliarden Euro in eine KI-Strategie investieren, um unter anderem den Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft zu beschleunigen. Auch in der Finanzbranche gibt es bereits zahlreiche Beispiele für den Einsatz moderner Technologien: Heute ermöglichen intelligente Lautsprecher das Erkennen und Verarbeiten von Sprache, selbstlernende Computersysteme erlauben eine enorme Effizienzsteigerung sowie eine gezieltere Kundenansprache.

Die genannten Technologien bergen ein so hohes Potential, dass sich Anleger zunehmend damit befassen sollten, um langfristig von den Wachstumschancen zu profitieren. Bisher war es allerdings nicht einfach, an diesen Zukunftstrends zu partizipieren, da klassische Sektorfonds nur Daten der Vergangenheit abbilden. Hier schaffen thematisch ausgerichtete Anlageprodukte Abhilfe.

Herausragendes Wachstum

Beim Thematischen Investieren geht es darum, in die Wachstumstrends der Zukunft zu investieren und damit direkt an den Wachstumschancen zu partizipieren. Es stehen Unternehmen im Fokus, die bei den Zukunftsthemen führend sind und so sehr wahrscheinlich von langfristigen Trends profitieren werden. Thematisches Investieren ist sowohl über aktiv als auch über passiv gemanagte Fonds möglich. Im Falle eines ETFs sind dafür eigens konzipierte, thematisch aufgebaute Indizes notwendig, die nicht rein einer Gewichtung nach der Marktkapitalisierung folgen – und somit nur größere, diversifizierte Konzerne hoch gewichten.

Die speziell für thematisch aufgebaute Indizes entwickelte Methodik zur Auswahl der richtigen Aktien stellt Unternehmen im Zentrum, die in Zukunftssektoren Wettbewerbsvorteile aufweisen und damit ein künftig stärkeres Wachstum erzielen. Auf die Erstellung entsprechender Indizes hat sich zum Beispiel das US-Unternehmen Yewno spezialisiert.

Hier wird ein mehrstufiger Prozess angewandt, um Unternehmen mit Fokus auf vorher definierte Zukunftsthemen herauszufiltern. Im ersten Schritt werden die relevanten Sub-Sektoren identifiziert. Diese Vorauswahl ist wichtig, weil Unternehmen, die beispielsweise beim Megatrend KI und Big Data führend sind, in verschiedenen klassischen Sektoren beheimatet sein können. Da kann es sich um IT-Konzerne, Telekomfirmen, Softwareanbieter und Konsumgüterkonzerne handeln. Auf der anderen Seite sind in diesen Sektoren natürlich viele Unternehmen aktiv, die keine fortschrittlichen Technologien einsetzen.

Um die entscheidenden Firmen zu finden, sind also andere Suchbegriffe wichtig, wie Cloud Computing und Rechenzentren, oder Anwendungsfälle wie Spracherkennung und Cyber-Sicherheit. Auf Basis dieser zentralen Themen und Stichworte werden im nächsten Schritt Milliarden Datenpunkte ausgewertet, um herauszufinden, was die Treiber oder Hürden dieser definierten Investmentthemen sind. Um die im jeweiligen Segment führenden Unternehmen herauszufiltern, werden zudem Millionen von Patenten analysiert.

Die identifizierten Unternehmen werden danach sortiert, wie stark sie in wichtigen Sub-Segmenten der Megatrends aktiv sind. Der thematisch aufgebaute Index enthält bis zu 100 Unternehmen, die angesichts des rasanten technologischen Fortschritts höchstwahrscheinlich die Umsatzgewinner von morgen sind.

Durch diese vorausschauende Herangehensweise können Anleger bereits heute am künftigen Wachstum der Zukunftsthemen partizipieren. Alleine in den vergangenen drei Jahren sind in Europa die Anlagen in thematische ETFs von einer auf fast sieben Milliarden Euro gestiegen.