Die Entwicklung von Themenfonds zeigt sich laut einer aktuellen Morningstar-Analyse zwiespältig. Während das verwaltete Vermögen steigt, kämpft die Branche mit Performance-Problemen und einer zunehmenden Zahl von Fondsschließungen.
In den USA, einem der wichtigsten Märkte, hat sich das Anlagevolumen seit 2019 auf 121 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Die Entwicklung verlief dabei äußerst volatil: Nach einer Vervielfachung der Assets während der Corona-Pandemie brach das Volumen 2022 um fast ein Drittel ein. In den folgenden zwei Jahren verzeichnete die Branche laut Morningstar Mittelabflüsse von 17,5 Milliarden US-Dollar.
Zudem schwächt sich die Dynamik bei Produktauflagen deutlich ab. Nach einem Höchststand von 90 Neuauflagen allein in den USA im Jahr 2021 übersteigt 2024 erstmals seit 2008 die Zahl der Schließungen die der Neuauflagen.
Themen-ETFs stehen hoch im Kurs
Besonders ausgeprägt ist der Trend zu ETFs. In den USA entfallen 70 Prozent des Vermögens in Themenfonds auf indexbasierte Produkte. Auch aktiv gemanagte Strategien werden zunehmend als ETFs aufgelegt. Ihr Anteil am Themenfondsmarkt stieg – getrieben durch die zeitweise sehr erfolgreichen ARK-ETFs – bis 2021 auf ein Drittel und liegt heute noch bei 20 Prozent. Damit übertrifft das Segment deutlich den Durchschnitt des ETF-Marktes, wo aktive Strategien nur 7 Prozent ausmachen.
Die Wertentwicklung der Produkte fällt überwiegend schwach aus. Nur 22 Prozent der Themenfonds übertrafen im Berichtszeitraum bis Juni 2024 den globalen Aktienmarkt. Über drei Jahre liegt die Erfolgsquote bei lediglich 9 Prozent.
Als einen Hauptgrund nennt Morningstar-Analyst Kenneth Lamont die überdurchschnittlich hohen Gebühren. Sowohl aktive als auch passive Themenfonds verlangen deutlich mehr als vergleichbare nicht-thematische Produkte. Zudem überlebten 55 Prozent der vor 15 Jahren aufgelegten Fonds diesen Zeitraum nicht.
Inhaltlich dominiert das Ressourcen-Management als größte Themenkategorie das Segment. Darunter fallen insbesondere Wasser-Fonds, die seit fast zwei Jahrzehnten zu den Klassikern gehören, sowie Uran-Fonds, die von der energiepolitischen Neuausrichtung nach dem Ukraine-Konflikt profitieren. An zweiter Stelle folgen Technologie-Fonds. Zwei Drittel der US-Themenfonds weisen dabei einen Wachstumsfokus auf, nur 11 Prozent sind wertorientiert ausgerichtet.

