LinkedIn DAS INVESTMENT
Suche
Aktualisiert am in AktienfondsLesedauer: 10 Minuten

Untersuchung Scope-Studie zeigt: Nur 3 von 132 Themenfonds erzielten 2022 Gewinn

Themenfonds fokussieren sich auf zukunftsträchtige Themen wie etwa den Ausbau der Infrastruktur.
Themenfonds fokussieren sich auf zukunftsträchtige Themen wie etwa den Ausbau der Infrastruktur. | Foto: IMAGO Images / Addictive Stock

Themenfonds sind bei Anlegern seit einigen Jahren auf dem Vormarsch. Denn sie investieren nicht in den breiten Markt, sondern in vermeintliche Zukunftstrends: Die einen richten ihr Portfolio gezielt auf Werte aus, die vom demografischen und sozialen Wandel profitieren sollen, manche fokussieren sich auf den Klimawandel und die daraus folgende Ressourcenknappheit, andere setzen auf technologische Durchbrüche.

Deutsche investieren 72 Milliarden Euro in Themenfonds

Das Angebot wächst rasant: Für deutsche Anleger stehen einer Untersuchung des Analysehauses Scope mittlerweile 132 multithematische Aktienfonds zur Verfügung, die insgesamt 72 Milliarden Euro verwalten (Stand: November 2022). Der Großteil sind aktiv gemanagte Fonds, nur sieben multithematische Aktienfonds sind als ETF konzipiert. 90 Prozent der Produkte sind global ausgerichtet.

Doch die Investition in Themenfonds hat sich in den meisten Fällen zumindest im vergangenen Jahr nicht ausgezahlt, wie die Scope-Analyse zeigt. Den Ergebnissen zufolge machten die meisten der untersuchten Fonds im Jahr 2022 nicht nur Verlust, die Performance war auch schlechter als der Durchschnitt der globalen Aktienmärkte.

MSCI World schlägt Themen-Fonds

Im Kalenderjahr 2022 bis Stichtag 30. November erzielte der Durchschnitt der globalen Multi-Themenfonds ein Minus von 16 Prozent. Der Durchschnitt der 840 untersuchten Aktienfonds erzielte dagegen eine Performance von minus 11,2 Prozent. Die Themenfonds erzielten somit eine Underperformance von 4,8 Prozentpunkten. Noch deutlicher ist der Abstand zum MSCI World Index: Hier beträgt die Differenz satte 9,7 Prozentpunkte.

Natürlich war das Jahr 2022 mit seinen Besonderheiten (Ukraine-Krieg, Energiekrise, Inflation, gestörte Lieferketten) ein historisch schlechtes Jahr für Anleger. Verlängert man den Betrachtungszeitraum auf drei Jahre fällt das Ergebnis anders aus: Dann sind Multi-Themenfonds (5,1 Prozent) auf Augenhöhe mit dem breiten Aktienfondsmarkt (5,5%). Doch verglichen zum MSCI World steht immer noch eine Underperformance von 5,0 Prozentpunkten.

Lediglich drei der untersuchten 132 Fonds gelang bis November 2022 eine positive Jahresrendite, und zwar:

  • JSS Sustainable Equity Global Dividend (Performance: 5,64%)
  • Fulcrum Thematic Equity Market Neutral Fund (Performance: 5,31%)
  • KBC Equity Fund Strategic (Performance: 0,61%)

Letzterer ist als einer von nur wenigen Themenfonds in Aktien von Energieunternehmen investiert, die im vergangenen Jahr eine überdurchschnittliche Rendite erzielten. 

Die fünf größten Anbieter von Multi-Themenfonds sind (Stand: November 2022):

Anbieter

Assets under Management

Pictet

12,0 Milliarden Euro

UBS

6,0 Milliarden Euro

Deka

5,1 Milliarden Euro

Nikko & ARK

4,4 Milliarden Euro

AllianceBernstein

4,2 Milliarden Euro

Diese fünf Anbieter vereinen mit 45 Prozent insgesamt rund die Hälfte des hierzulande in multithematische Aktienfonds investierten Vermögens.

Der mit rund 10 Milliarden Euro Anlagevolumen größte Fonds dieser Kategorie ist der Pictet – Global Megatrend Selection. Er setzt auf insgesamt zwölf Schwerpunktthemen, darunter Saubere Energie, Technologien und Healthcare.

Quelle Fondsdaten: FWW 2024

Viele Themenfonds noch sehr jung

Was bei der Analyse ebenfalls auffällt: Einheitliche Kriterien bei der Strategie eines Themenfonds gibt es nicht. "Die Produkte unterscheiden sich teilweise deutlich hinsichtlich Breite und Tiefe der investierten Themen und Unternehmen, der Häufigkeit ihrer Anpassung sowie der thematischen Reinheit", erklärt Scope-Analystin Simone Schieg. Deshalb sei es schwer, einzelne Multi-Themenfonds miteinander zu vergleichen. Zumal viele Themenfonds vergleichsweise jung seien.

„Anleger können mittels einer Investition in Multi-Themenfonds mit höheren Renditen belohnt werden, wenn der Fondsmanager die erfolgreichsten Profiteure von Megatrends selektiert“, lautet das Fazit von Simone Schieg. „Die Studie zeigt jedoch, dass ein Mehrertrag – insbesondere kurzfristig – kein Automatismus ist. Zugleich sollten Aussagen zu einem etwaigen langfristigen Outperformance-Potenzial mit Vorsicht aufgenommen werden, da gewisse Themen (zum Beispiel Cannabis, Weltraumforschung, geänderte Ernährungsgewohnheiten, Fintechs etc.) erst seit kurzem „bespielt“ werden.“

Das Resümee ist deshalb eindeutig: Ein Themenfonds ist Schieg zufolge kein Ersatz zum Kernportfolio, sondern lediglich eine Ergänzung.

Ranking der 3-Jahres-Performance – Multi-Themenfonds und monothematische Themenfonds

 

Themenfonds-Cluster

Performance über 3 Jahre (p.a.)

Mobilität der Zukunft (9 Fonds)

19,5%

Robotik & Automatisierung (12 Fonds)

7,4%

Multi-Technologie-Themenfonds

7,0%

Gesundheit & Wohlbefinden (17 Fonds)

5,9%

Konsum (16 Fonds)

5,7%

Schutz & Sicherheit (5 Fonds)

5,5%

Demografie (12 Fonds)

5,2%

Sektoral breite Multi-Themenfonds

5,1%

Ernährung (6 Fonds)

2,5%

Neue Digitale Wirtschaft (8 Fonds)

3,1%

Fintech (9 Fonds)

0,2%

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen
PDF nur für Sie. Weitergabe? Fragen Sie uns.