Passive ESG-Anlagen

„Nachhaltige ETFs auf dem Vormarsch“

Der Trend zum nachhaltigen Investieren hält an. Mit ESG-ETFs müssen Anleger weder Performance-Einbußen für ihre gutes Gewissen fürchten noch hohe Gebühren zahlen.

Foto: Lyxor

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ie drei Buchstaben ESG haben in den vergangenen Jahren in der Kapitalanlage rasant an Bedeutung gewonnen. Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) spielen zunehmend eine Rolle bei Anlageentscheidungen. Nach Berechnungen der Global Sustainable Investment Alliance waren Ende 2018 rund 31 Billionen US-Dollar weltweit in Anlagen investiert, die ESG-Kriterien berücksichtigen – 34 Prozent mehr als 2016. Legt man die Schätzung der Boston Consulting Group zugrunde, nach der sich das weltweit verwaltete Vermögen 2017 auf 79,2 Billionen US-Dollar belief, so heißt das, dass knapp 40 Prozent in Anlagen mit ESG-Klassifizierung stecken. Allerdings ist bislang nur ein kleiner Teil davon in tatsächlich nachhaltigen Anlagen investiert, die speziell auf Aktien und Emittenten mit vorteilhafter ESG-Bewertung abzielen. Der Großteil steckt in traditionellen Anlagen, die solche Kriterien lediglich in den Auswahlprozess einbinden.

Die Gründe für den Trend zum nachhaltigen Investieren sind zum einen auf der Anlegerseite zu suchen. Öffentlichkeitswirksame Unternehmensskandale wie die Volkswagen-Abgasaffäre oder das Ölleck der BP-Bohrplattform Deepwater Horizon haben für Kursverluste gesorgt und ganze Finanzmärkte in Unruhe versetzt. Zudem rücken zunehmend Ausmaß und potenzielle Folgen des Klimawandels ins Bewusstsein der Investoren. Die Überzeugung steigt, dass langfristige Renditen nur dann möglich sind, wenn sie Projekte zur Senkung der CO2-Emissionen fördern und nachhaltige Unternehmen unterstützen.

Zum anderen nimmt der regulatorische Druck zu. Regulierungsbehörden haben nicht nur die Unternehmen selbst im Blick, sondern auch professionelle Investoren sollen verpflichtet werden, bei treuhänderischen Anlagen ESG-Risikoanalysen und entsprechende Offenlegungen in den Anlageprozess zu integrieren.

Verbesserung der risikobereinigten Rendite möglich

Hinzu kommt, dass sich zunehmend herumspricht, dass nachhaltige Investments keine Einbußen bei der Performance erfordern. Diverse Studien haben bereits belegt, dass die Befürchtungen mancher Anleger, dass sie für ihr gutes Gewissen zahlen müssen, unnötig sind. Auch eine aktuelle Untersuchung von Forschern an der Dauphine Research Academy der Universität Lausanne im Auftrag von Lyxor bestätigt dies. Analysiert wurde die Wertentwicklung eines Universums an Aktien aus dem MSCI All Country World-Index seit 2007. Das Ergebnis belegt, dass ein Ausschluss von Unternehmen auf Basis ihrer ESG-Bewertung keine negativen Auswirkungen auf die Wertentwicklung des Portfolios hat. In einigen Fällen führte diese Vorgehensweise sogar zu einer Verbesserung der risikobereinigten Renditen im Vergleich zum ursprünglichen Aktienuniversum.

Nachhaltiges Investieren war lange Zeit eng mit aktivem Management verknüpft. Dies dominiert den Bereich zwar immer noch, aber passives ESG-Investment wächst in großen Schritten. Sowohl Indexfonds als auch börsennotierte ETFs bieten mittlerweile eine große, vielfältige Auswahl an nachhaltigen Anlagemöglichkeiten. Diese können sich beispielsweise auf zugrundeliegende Indizes mit Negativ-Screenings oder bestimmten Ausschlüssen beziehen. Ebenso werden Indizes abgebildet, die Unternehmen mit positiver ESG-Bewertung enthalten oder sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, den SDGs, orientieren.

Das Angebot wächst kontinuierlich – und mit ihm die Nachfrage. In den vergangenen fünf Jahren sind die Nettozuflüsse in ESG-ETFs in Europa gewachsen, und zwar mit zunehmender Dynamik. Das gilt sogar für das eher anlageschwache Jahr 2018. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Bis Mitte 2019 waren ESG-ETFs bereits deutlich mehr Gelder zugeflossen als insgesamt 2018. Der Stellenwert von ESG-Fonds im Gesamtportfolio nimmt unaufhaltsam zu.


Verschmelzung von Lyxor und ComStage

„Der Zusammenschluss eröffnet neue Möglichkeiten“

Lyxor und ComStage verschmelzen zum ETF-Schwergewicht Lyxor Deutschland. Die Vertriebsspezialisten der neuen Gesellschaft, Heike Fürpaß-Peter und Thomas Meyer zu Drewer erklären im Gespräch, was der Zusammenschluss den Kunden bringt.

Foto: Lyxor

Lyxor, Tochter der Société Générale und einer der größten europäischen ETF-Anbieter, hat ComStage, die ETF-Marke der Commerzbank, übernommen. Die beiden Einheiten werden nun in der neu gegründeten Fondsgesellschaft Lyxor Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main zusammengeführt. Die Geschäftsführung übernehmen Guillaume de Martel von Lyxor und Thomas Timmermann, der aus dem Asset Management der Commerzbank kommt. Das Zweigespann soll dafür sorgen, dass die Stärken beider Marken durch das neue Unternehmen noch mehr zum Tragen kommen. Damit es effektiv agieren kann, setzt Lyxor Deutschland auf eine bewusste Fusion auf allen Ebenen: von Geschäftseinheiten und Produkten bis hin zu den Unternehmenskulturen und – vielleicht am wichtigsten – der Zusammenführung aller bisherigen Mitarbeiter. Ziel ist es, gemeinsam weiter zu wachsen und ein hochwertiges, kostengünstiges, globales und doch gleichzeitig lokale Anlagewünsche berücksichtigendes ETF- Angebot schaffen.

Für Kunden soll sich durch die Verschmelzung kaum etwas ändern. Qualität, Präsenz und Service bleiben auf dem bekannten hohen Niveau. Heike Fürpaß-Peter, die für den institutionellen Vertrieb Deutschland und Österreich zuständig ist, und Thomas Meyer zu Drewer, der den Privatkundenvertrieb in den beiden Ländern verantwortet, beantworten die wichtigsten Fragen.

Die neue Gesellschaft heißt Lyxor Deutschland. Gibt es die Marke ComStage künftig noch?

Thomas Meyer zu Drewer: ComStage wird bis Ende des ersten Quartals 2020 als eigenständige Marke in den Produktnamen der ComStage-ETFs fortbestehen. Danach wird es eine kombinierte, im Sinne der Anleger optimierte Produktpalette unter dem Namen Lyxor geben.

Heike Fürpaß-Peter: Falls Produkte dieselben Indizes abdecken sind Verschmelzungen von Lyxor- und ComStage-ETFs möglich. Wir entscheiden hier von Fall zu Fall und werden betroffene Anleger rechtzeitig und umfassend informieren. Wir planen, alle Anpassungen zum Ende des zweiten Quartals 2020 abzuschließen.

Herr Meyer zu Drewer, Sie haben das Lyxor-ETF-Geschäft in Deutschland mit aufgebaut und sind dann als Geschäftsführer für ComStage zur Commerzbank zurückgekehrt. Welche Vorteile sehen Sie im Zusammenschluss mit Lyxor?

Meyer zu Drewer: Mich persönlich begeistern die Möglichkeiten, die ein weltweit agierender und dennoch europäischer Vermögensverwalter wie Lyxor unseren Kunden bieten kann. Das reicht von Ausarbeitungen zu Märkten, Anlagelösungen und Einschätzungen zu zukünftigen Entwicklungen hin zu Produktentwicklungen und der Breite und Tiefe des ETF-Angebots. Hinzu kommen bei Lyxor die große Erfahrung als ältester europäischer ETF-Anbieter und die hohen Qualitätsstandards, zum Beispiel bei Wertentwicklung und Liquidität der Lyxor ETFs. Die Grösse von Lyxor eröffnet dem Anleger ganz neue Möglichkeiten, nicht nur durch niedrige Gebühren wie bei unseren Basis- oder Core-ETFs. Denn Kosten sind nach wie vor ein wesentlicher Schlüssel zu langfristigem Anlageerfolg.

Was sollte der Anleger unbedingt über Lyxor wissen?

Fürpaß-Peter: Da könnte ich vieles aufzählen. Nehmen wir das Thema Nachhaltigkeit, wo Lyxor ein Pionier ist. Bereits 2007 hat die Gesellschaft einen ETF für Wasseraktien aufgelegt. Auch der weltweit erste Green-Bond-ETF zählt zu Lyxors umfangreicher Palette an nachhaltigen ETFs für Anleger, die umwelt- und sozialverträglich investieren wollen. Eine weitere Besonderheit ist das Smart-Beta-Angebot. Es eröffnet Anlegern neue Möglichkeiten, Risiken im Portfolio zu beherrschen, die Wertentwicklung zu optimieren und dabei Rendite zu erzielen. Auch bei Renten-ETFs bietet Lyxor ein vielfältiges Sortiment und zeichnet sich als Spezialist für inflationsgeschützte Anleihen aus.

Welche Stärken steuert ComStage zur neuen Gesellschaft bei?

Meyer zu Drewer: ComStage verfügt über eine breite Palette an Aktien-ETFs auf Deutschland sowie marktführende ETFs bei Goldminenaktien und  Rohstoffen. Eine weitere Stärke ist das Thema Multi Asset, früher auch Mischfonds genannt. Dieser große Trend im Anlagemarkt ist im ETF-Bereich kaum vertreten. Die ComStage Vermögensstrategie ETFs ermöglichen es Anlegern, mit nur einem ETF breit gestreut in die drei Anlageklassen Aktien, Anleihen und Rohstoffe zu investieren. Es gibt diese Multi-Asset-Portfolio-ETFs mit drei Risikoprofilen. Sie bieten eine attraktive, bequeme und kostengünstige Lösung für den langfristigen privaten Vermögensaufbau, sei es als Einmalanlage oder Sparplan.

Fondsporträt

Green Bonds mit ESG-Filter

Lyxor zählt zu den Pionieren bei nachhaltigen ETFs und hat jetzt einen innovativen Green-Bonds-ETF lanciert.

Foto: Lyxor

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yxor zählt zu den Pionieren bei nachhaltigen ETFs. Schon 2007 legte die Tochter der Société Générale den World Water ETF auf. Dieser bildet einen Index ab, der die 30 größten Unternehmen enthält, die in den Bereichen Wasserinfrastruktur, -versorgung oder -aufbereitung tätig sind. Seitdem ist das Lyxor-Angebot an nachhaltigen ETFs stark gewachsen. Es sind weitere Produkte auf Indizes im Angebot, die sich gezielt an bestimmten Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) orientieren. Neben sauberem Wasser zielen sie etwa auf bezahlbare und saubere Energie oder Geschlechtergleichstellung ab.

Darüber hinaus können Anleger mit Lyxor-ETFs nicht nur auf Unternehmen mit guter ESG-Bewertung setzen, sondern auch auf Unternehmen mit sich besserndem ESG-Profil. Dahinter steht die Idee, dass die größte Wirkung erzielt werden kann, wenn solche Unternehmen belohnt werden, die sich kontinuierlich für Veränderungen einsetzen.

In seinem neusten ESG-ETF verbindet Lyxor gleich zwei nachhaltige Ansätze. Mit dem am 1. Oktober gestarteten Lyxor Green Bond ESG Screened (DR) UCITS ETF investieren Anleger global in Green Bonds. Im Gegensatz zum bereits 2017 aufgelegten Lyxor Green Bonds UCITS ETF, dem ersten Green-Bond-ETF weltweit, enthält der neue Fonds zudem nur Anleihen von Emittenten, die einen ESG-Filter überstehen.

Rekord bei Neuemissionen von grünen Anleihen

Green Bonds sind Anleihen, die ausgewählte Projekte finanzieren, die dem Umweltschutz dienen. Beispiele sind Windparks oder Solaranlagen, es können aber auch eine Flotte von Elektrobussen, Abfallrecycling- oder Wasseraufbereitungs-Anlagen finanziert werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Der Green-Bond-Markt ist erst in den letzten Jahren so richtig in Schwung gekommen. Jahr für Jahr steigen nun die Neuemissionen. Das bisherige Rekordjahr 2018 dürfte 2019 nochmals deutlich übertroffen werden.

Der neue Lyxor-ETF bildet möglichst genau den Solactive Green ESG Bond EUR USD IG TR Index ab. Dieser enthält Green Bonds mit Investment-Grade-Rating, die auf Euro oder US-Dollar lauten und den Anforderungen der Climate Bonds Initiative gerecht werden. Um das Siegel dieser gemeinnützigen Organisation zu erhalten, müssen die Anleihen dem Climate Bonds Standard entsprechen. Zudem ist sichergestellt, dass der Erlös aus diesen Anleihen nachweisbar zu mindestens 95 Prozent in umweltrelevante Projekte fließt.

Im zweiten Schritt müssen die Emittenten der Bonds gewisse ESG-Standards erfüllen. Unternehmen mit Bezug zu fossilen Brennstoffen, Atomkraft oder anderen umstrittenen Geschäftsbereichen werden ausgeschlossen, ebenso Emittenten, die gegen den UN Global Compact verstoßen. Beispielsweise würde ein sehr CO2-lastiger Versorger, der über einen Green Bond eine Anlage für erneuerbare Energie finanzieren will, nicht im Index landen. Die Anleihen müssen mindestens ein Volumen von 300 Millionen US-Dollar oder Euro und eine Restlauflaufzeit von zwölf Monaten und mehr aufweisen. Insgesamt umfasst der Index rund 240 Anleihen, westeuropäische Emittenten machen gut 60 Prozent des Index aus. Die Indexreplikation erfolgt physisch, die Gesamtkostenquote liegt bei 0,25 Prozent.

Unternehmensporträt

Lyxor ETF

Lyxor und ComStage werden eins

Foto: Lyxor

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chon seit 2001 bietet Lyxor Exchange Traded Funds (ETFs) an. Damals steckte der Markt noch in den Kinderschuhen. Seither unterstützen wir Anleger dabei, mehr aus ihrem Geld zu machen. Als Wegbereiter – damals wie heute – sind wir durch unseren Pioniergeist zu einem der drei größten ETF-Anbieter in Europa nach verwaltetem Vermögen (AuM) geworden. Das treibt uns immer wieder zu Innovationen an. Durch unseren Zusammenschluss mit Comstage bieten wir Ihnen mehr: Mehr Auswahl – mit über 300 ETFs, mehr Expertise – mit sich ergänzenden Produktpaletten, und mehr Deutschland – mit einer eigens gegründeten Fondsgesellschaft in Frankfurt am Main, die uns noch mehr Nähe zum deutschen Anleger ermöglicht. Gemeinsam wollen wir die Welt der ETFs nachhaltig positiv beeinflussen.

Über Lyxor und ComStage

Daten & Fakten

FONDS

Name WKN Info
Lyxor Green Bond ESG Screened (DR) UCITS ETF - Acc
Lyxor Green Bond (DR) UCITS ETF - Acc
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Lyxor Green Bond ESG Screened (DR) UCITS ETF - Acc

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