DAS INVESTMENT: Herr Mucha, Sie haben einen ungewöhnlichen Werdegang für einen Finanzstrategen. Wie wird man vom Kriegsreporter zum Geopolitik-Experten bei einem Vermögensverwalter?

Thomas Mucha: Das stimmt, mein Weg war nicht gerade klassisch. Ich habe 20 Jahre als Journalist gearbeitet, für CNN International und Time. Später habe ich Global Post geleitet, eine internationale Nachrichtenorganisation. Dort habe ich über den Arabischen Frühling berichtet, über die Bürgerkriege in Libyen und Syrien. Ich war auch dabei, als Russland 2014 die Krim besetzte – der aktuelle Konflikt ist sozusagen Teil zwei davon. Während meiner Journalistenkarriere habe ich nebenbei an der University of Chicago meinen Master in Wirtschaft und internationalen Beziehungen gemacht. Diese Kombination aus Ökonomie und Geopolitik hat mich immer fasziniert.