Thorsten Polleit „Der Währungswettbewerb hat bereits begonnen“

Seite 2 / 3



Um gut zu sein muss Geld aber sehr viel Vertrauen in der Bevölkerung besitzen. Schließlich handelt es sich bei einem 100-Euro-Schein zunächst einmal um ein Stück Papier, das erst durch das Vertrauen - und den Mangel an anderen, alternativen Zahlungsmitteln - seinen Wert erhält. Wie könnten die Menschen aber einer Währung vertrauen, die in Konkurrenz zu anderen Währungen steht?

In der Währungskonkurrenz entscheiden die Geldnachfrager, also sie und ich, was wir als Geld verwenden wollen. Wir würden nur gutes Geld nachfragen, Geld also, das bestimmte Eigenschaften hat: Ein Geld, das zum Beispiel knapp, homogen, haltbar, transportabel und lagerfähig ist. Unsere Wahl würde vermutlich auf ein Sachgeld fallen wie Gold und Silber. Ein solches Geld hätte kein Vertrauensproblem - im Gegenteil.

Gibt es Beispiele für alternative Währungsformen, die neben dem staatlich verordneten Geld existieren?

Ja, der Währungswettbewerb hat bereits begonnen. Bitcoins zum Beispiel. Es handelt sich um eine digitale Einheit, die aus der Nachfrage nach einer besseren Geld-Alternative entstanden ist. Ein anderes Beispiel sind Gold und Silber. Diese Edelmetalle sind das beste Beispiel für Währung mit einem nicht-monetären Wert. Schließlich werden Gold und Silber zur Schmuckherstellung, Silber darüber hinaus auch zur Industrieproduktion eingesetzt. Mit ihrer Niedrigzinspolitik zerstören die Zentralbanken die Ersparnisse der Menschen und damit auch das langfristige Vertrauen in das ungedeckte Papiergeld. Vermutlich werden immer mehr Menschen  ihr Ersparnisse in Edelmetallen halten. Schließlich funktioniert Gold schon seit 3.000 Jahren als Geld.

Mehr zum Thema