Thorsten Polleit „Der Währungswettbewerb hat bereits begonnen“

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In Ihrem Buch erwähnen Sie die friedensstiftende Funktion des Geldes. Was meinen Sie damit?

Die Marktwirtschaft stiftet Frieden. Ein Beispiel: Ich habe Lust auf Obst, gehe zum Händler, kaufe einen Apfel und zahle ihm dafür einen Euro. Warum tue ich das? Weil für mich der Nutzen des Apfels größer ist als der des Euro. Der Händler sieht das genau umgekehrt: Für ihn ist der Euro, den er von mir bekommt, mehr wert als der Apfel. Tauschaktionen im freien Markt sind also für alle Beteiligten nutzenstiftend.

Und was hat das mit dem Weltfrieden zu tun?

Geld erleichtert das Tauschen und befördert die Arbeitsteilung. Es verbindet Menschen überall auf der Welt miteinander. Daher ist gutes Geld gewissermaßen ein Friedensprojekt. Das staatliche Zwangsgeld hingegen stellt die einen besser auf Kosten der anderen. Es begünstigt diejenige, die als erste an das neu geschaffene Geld gelangen und es nach Belieben ausgeben können - in unserem System ist das zum Beispiel der Finanzsektor. Wer das Geld aber zuletzt bekommt - also der Verbraucher - hat das Nachsehen und muss zu höheren Preisen einkaufen, da das Geld kontinuierlich an Wert verliert. Das schürt soziale Ungerechtigkeit.

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