Thorsten Polleit: „Inflation muss unerwartet kommen“
Seine Erklärung: Den Großteil der Anleihen kaufe die EZB von den Geschäftsbanken. Dadurch steigen deren Zentralbankgeldmenge und damit auch die Überschussreserven. Letztere betragen derzeit 451 Milliarden Euro. „Dieser Betrag reicht aus, um per Kreditvergabe die Geldmenge M3 und damit auch das Preisniveau ungefähr zu verdoppeln“, so Polleit.
Diese Geldmengenausweitung könne die EZB neutralisieren, dafür müsse sie aber die Mindestreserve, die die Banken bei der EZB als Sicherheit hinterlegen müssen, anheben. Das wiederum würde die Gewinne der Banken empfindlich einschränken und könnte sogar für einzelne Banken das Aus bedeuten. Diesen Weg hält er daher für nicht gangbar.
Der Flirt mit der Inflation
Eine von der Politik in Kauf genommene Inflation zur Rettung des Euro hält Polleit nicht für ratsam. „Damit Inflation ihr tückisches Werk verrichten kann – die Vermögen vom Sparer zu Gunsten des Schuldners umzuverteilen – muss sie unerwartet kommen“, so Polleit. „Das aber wird zu immer weiter steigender Inflation führen müssen, weil sich die Inflationserwartung anpasst.“ Im Extremfall führe das zu einer Hyperinflation.
Eine Inflationspolitik werde den Euro nicht retten, sondern sie schwört eher politische Zentrifugalkräfte in der Eurozone und der EU herauf.
Das vollständige Interview in der Börsen-Zeitung finden Sie hier.
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