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Tilmann Galler von J.P. Morgan 7 Portfoliostrategien eignen sich für Märkte im Spätzyklus

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7 sinnvolle Strategien

Der US-Markt für Staatsanleihen bietet einen gewissen Puffer, da die Zinsen erhöht wurden. Fiele die Rendite einer US-amerikanischen 10-jährigen Staatsanleihe von 2,9 Prozent auf 1,5 Prozent, dann ergäbe sich daraus ein Ertrag von rund 15 Prozent. Weniger offensichtlich ist, wo Anleger auf den europäischen Staatsanleihenmärkten sichere Häfen finden könnten. Die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe liegt gerade einmal bei 0,4 Prozent.

Anleger sollten auch auf die potenziellen Risiken in einigen anderen vermeintlich sicheren Anleihesegmenten achten – den Unternehmensanleihen mit höherer Bonität. Die Verschuldung der Unternehmen ist deutlich angestiegen: So besteht beispielsweise nahezu die Hälfte des US-amerikanischen Investment-Grade-Index aus Anleihen mit dem niedrigsten zulässigen Rating (BBB). In Anbetracht der Entwicklung verschiedener Anlageklassen und Sektoren in der Vergangenheit sollten sich folgende sieben Strategien für eine defensivere Ausrichtung des Portfolios sinnvoll erweisen:

  1. Nahezu neutrale Aktienpositionen, jedoch gilt es, Untergewichtungen zu vermeiden, da Aktienmärkte am Ende des Zyklus tendenziell gut abschneiden.
  2. Bei Aktien regional investiert und damit breit gestreut investieren. Eine Verschiebung bei der regionalen Allokation kann die Wertentwicklung im Falle einer Marktkorrektur nur selten abfedern.
  3. Abkehr von Übergewichtungen in Aktien mittlerer und kleinerer Marktkapitalisierung. Large Caps schneiden bei einem Abschwung tendenziell besser ab.
  4. Übergewichtungen in Wachstumstiteln überdenken, Qualitätsaktien und Substanzwerte (Value) aufstocken. Qualitätsaktien sind der einzige Anlagestil, der bei jedem Abschwung der vergangenen Jahre besser als der Index abgeschnitten hat.
  5. Anleihenstrategien in Betracht ziehen, die flexibel über Regionen, Laufzeiten und Risiken investieren können. Die Fähigkeit, Verschiebungen zwischen Segmenten vorzunehmen ist entscheidend, um von Märkten profitieren zu können, die Spielraum für Zinssenkungen durch Zentralbanken bieten.
  6. Barmittel und kurzfristige Liquiditätsinstrumente können Stabilität bieten.
  7. Strategien mit niedriger Korrelation zu Risikoanlagen, wie etwa Makro-Strategien und Long-/Short-Aktienlösungen insbesondere mit der Möglichkeit, ihr Netto-Aktienengagement auf null zu reduzieren, in Betracht ziehen.
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