Tim Haywood von Generalversammlung ausgesperrt Aktionäre verweigern GAM-Führung die Entlastung

Der ehemalige GAM-Fondsmanager Tim Haywood (l.) und GAM-Chef David Jacob.  | © Julius Bär/GAM

Der ehemalige GAM-Fondsmanager Tim Haywood (l.) und GAM-Chef David Jacob. Foto: Julius Bär/GAM

Nach der UBS-Führungsriege hat nun auch die GAM-Geschäftsführung auf der Generalversammlung einen Dämpfer erhalten: Die Aktionäre verweigerten den Führungsverantwortlichen des Asset Managers am Mittwoch die Entlastung. Die Anteilseigner behalten sich damit das Recht vor, eine Verantwortlichkeitsklage einzureichen und Haftungsansprüche geltend zu machen.  

Die Aktionäre reagierten mit dem Misstrauensvotum auf die Geschehnisse rund um den ehemaligen GAM-Starfondsmanager Tim Haywood und die von ihm bis Mitte 2018 gemanagten Fonds: GAM hatte Haywood damals Fehlverhalten vorgeworfen und ihn als Geschäftsbereichsleiter für die Absolute-Return-Bond-Strategie mit uneingeschränktem Anlageansatz (ARBF) von seinen Aufgaben entbunden.

Haywood muss draußen bleiben

Wegen hoher Mittelabflüsse kam es im weiteren Verlauf zur Schließung aller von Haywood betreuten Absolute-Return-Fonds. In der Folge ging das von GAM verwaltete Vermögen allein im zweiten Halbjahr 2018 um rund 29 Milliarden Schweizer Franken zurück, auch der Börsenkurs musste kräftig Federn lassen. Dies führte wiederum zu einem Führungswechsel an der GAM-Spitze: Auf Alex Friedman folgte David Jacob.

Haywood, der ebenfalls zur Generalversammlung angereist war, um die Entlastung zu verweigern, musste draußen bleiben – obwohl nach eigenen Angaben als GAM-Aktionär eingetragen blieb er von der Veranstaltung ausgeschlossen. Seine Entlassung und die Darstellung von GAM, was zu dieser geführt habe, seien falsch, so der Finanzexperte zu „Finews“. Anders als von Haywood dargestellt, stehe dieser jedoch nicht im Aktionärsregister, andernfalls hätte man ihn zur Generalversammlung zugelassen, zitiert „Finews“ einen GAM-Vertreter.

Die GAM-Führung will unterdessen nach vorn blicken: Man spüre zwar noch immer die Nachwirkungen der Schließung der Absolute Return Bond Fonds (ARBF), sei aber zuversichtlich, geplante Kostensenkungen ausführen und GAM wieder zu einem starken aktiven Asset Manager aufbauen zu können, erklärte Jacobs im Gespräch mit „Finews“.