Tippgeber: Das seltsame Ratskollegium von Convictions Asset Management

Jean-Louis Bruguière, ehemaliger Leiter der Antiterror-Einheit, <br> jetzt bei Conviction Asset Management. <br> Quelle: Getty Images

Jean-Louis Bruguière, ehemaliger Leiter der Antiterror-Einheit,
jetzt bei Conviction Asset Management.
Quelle: Getty Images

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Jacques Blot hat es gewusst: dass sich Italiens Regentendarsteller Silvio Berlusconi nicht mehr lange halten würde. Dass ihn ein paar kühle Denker ablösen und Ordnung schaffen würden. Blot hat das gewusst. Bevor es passierte.

Er kennt das Land gut. Er war französischer Botschafter bei der Nato und Botschafter in Italien. Nur zwei der vielen Haltestellen seiner politischen Karriere.

Zurzeit besucht Blot einmal in der Woche einen unscheinbaren Altbau mit der Hausnummer 15 in der Rue de Marignan in Paris, einer Nebenstraße der ChampsÉlysées. Dort gibt er Tipps durch, wie etwa den, dass Berlusconi es nicht mehr lange machen wird.

Empfänger der Informationen ist die Investment-Boutique Convictions Asset Management (Conviction = Überzeugung). Jacques Blot ist in guter Gesellschaft. Neben ihm rufen noch sieben weitere verdiente Männer regelmäßig bei Convictions an. Angeworben hat sie Convictions-Gründer Philippe Delienne, der sie zuvor anderswo kennengelernt hatte. Sie bilden einen Schatz an exklusivem Wissen, Erfahrung, Information.

Da wäre etwa Alain Juillet, der 2002 bis 2003 Direktor bei der Direction Générale de la Sécurité Extérieure (DGSE) war, dem Geheimdienst. Oder Jean-Louis Bruguière, ein ehemaliger Untersuchungsrichter und Leiter der Antiterror-Einheit.

Etwas Gutes kommt von oben

„Gerade Juillet und Bruguière haben uns den arabischen Frühling richtig eingeordnet“, erinnert sich Philippe Weller, der das internationale Geschäft mit verantwortet. Am Ende stand die Erkenntnis, dass der Ölpreis davon kaum betroffen sein werde, eher aber durch die Krisen in Nigeria, Sudan und Iran.

Die achtköpfige graue Eminenz liefert den Fondsmanagern Fachwissen jenseits der ausgetretenen Pfade, denen Volkswirte manchmal folgen. Die Manager wiederum nutzen das Wissen für ihre bisher drei Fonds. Alle funktionieren nach dem Global-Macro-Stil, können also alle Anlageklassen enthalten, je nach politischer und wirtschaftlicher Lage. Es ist ein Bekenntnis zur Draufsicht (Top-down- Management). Da liegt es natürlich nahe, Tipps zu verwenden, die von ganz oben kommen.