Martin Stürner (Gastautor)Lesedauer: 4 Minuten

Tipps von PEH-Profi Martin Stürner Mit flexiblem Risikomanagement durch die Krise navigieren

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Natürlich, bei diesem Ansatz schwingt immer die Angst mit, beim folgenden Aufschwung quasi mit heruntergelassenen Hosen an der Seitenlinie zu stehen und das Upside zu verpassen. Dieses Szenario ist nicht unrealistisch, allerdings ist Angst bekanntermaßen oft ein schlechter Ratgeber. Entsprechend helfen auch in dieser Situation nur Konsequenz und Flexibilität. Denn nur ein Asset Manager, der Risiken zu vermeiden und Chancen zu nutzen sucht, ist erfolgreich. Andernfalls bestünde das wirkungsvollste Risikomanagement schließlich immer darin, 100 Prozent Kasse zu halten.

Der Asset Manager muss auch in dieser Situation den Indikatoren, die sein System liefert und die sich in der gegenwärtigen Situation als aussagekräftig erwiesen haben, trauen. Signalisieren sie, dass es an der Zeit ist, wieder in den Markt einzusteigen, dann heißt die Devise: Machen! Nicht von den eventuell noch tiefroten Kursen verschrecken lassen und der eigenen Angst nachgeben. Aber, und dieses „Aber“ ist leider unvermeidlich, die engmaschige Kontrolle der Indikatoren und ihrer gegenwärtigen Aussagekraft bleibt weiter unerlässlich. Ohne den täglichen, ja stündlichen Check, ob die bisherigen Signale wirklich noch „funktionieren“, geht es nicht. Das Motto „Das war schon immer so (oder zumindest in der letzten Krise)“, ist gefährlich.

Wenn mich Anleger fragen, wann die Börsenkrise zu Ende ist, kann ich deshalb aktuell nur mit den Schultern zucken. Ich weiß es nicht, die Indikatoren werden es mir anzeigen. Meine Aufgabe ist es, die leistungsstärksten Indikatoren für die aktuelle Situation zu identifizieren – und als guter Chance- Risikomanager eine Strategie zu entwickeln, welche Sektoren als nächstes ganz vorne mit dabei sind. Die aktuelle Pandemie und ihre Auswirkungen auf unser Leben und die Realwirtschaft bestärken mich in der Überzeugung, dass die ganz großen Technologieunternehmen zu den langfristigen Gewinnern gehören werden. Amazon, Netflix, Microsoft und Co. haben in den vergangenen Wochen einmal mehr unter Beweis gestellt, dass Digitalisierung aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist und der Trend weitergeht. Zum Risikomanagement gehört auch, – wenn die Zeit dafür wieder gekommen ist – diesen Trend nicht zu verpassen.   


Über den Autor:
Martin Stürner ist Vorstandsvorsitzender des Finanzdienstleisters PEH. Er ist zudem verantwortlicher Fondsmanager des PEH Empire Fonds.

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