Sabine Groth (Freie Autorin)Lesedauer: 2 Minuten

Abschied aus dem Fondsmanagement Tom Stubbe Olsen wandelt Mensarius in ein Family Office

Tom Stubbe Olsen, Mensarius
Tom Stubbe Olsen, Mensarius: Der Value-Investor will seine Strategie künftig nicht mehr in Publikumsfonds, sondern in einem Family Office umsetzen. | Foto: Mensarius

Tom Stubbe Olsen hat keine Lust mehr auf Fonds: „Ich will kein Kapital mehr nach den strikten Vorschriften und der Überwachung eines Publikumsfonds managen. Es macht keinen Spaß, und vor allem schränken die Regulierung und Struktur der Fondsindustrie Manager oft so ein, dass sie nicht mehr im besten Interesse ihrer Kunden handeln können“, erklärt Olsen, der mehr als 20 Jahre für den Nordea European Value Fund verantwortlich war.

Aufgeben will er jedoch nicht. Stattdessen plant er, seinen auf Fundamentaldaten konzentrierten, langfristig ausgerichteten Investmentansatz außerhalb des Regimes eines Publikumsfonds fortzusetzen und wandelt seine Schweizer Asset-Management-Boutique Mensarius in ein Family Office. „Mensarius Family Office soll ein Umfeld bieten für einen flexiblen Investmentansatz, der voll seinem Fokus, Kapital zu schützen und zu vermehren, folgen kann“, so Olsen. Basis des Family Office ist das Management seines eigenen Vermögens. „Ich biete Beratungsmandate für interessierte Kunden, die ihr Kapital auf die gleiche Art und Weise anlegen wollen. Zudem offeriert Mensarius Kunden Dienstleistungen im steuerlichen und rechtlichen Bereich“, sagt Olsen.

Olsen machte sich einen Namen als Value-Investor durch das Management des Nordea European Value Fonds. Seit 1998 war der Däne für das einstige Aushängeschild der Gesellschaft verantwortlich, bis 2008 als Nordea-Angestellter, danach als Berater unter dem Dach seiner neu gegründeten Schweizer Boutique European Value Partners, die er 2017 in Mensarius umbenannte. Nachdem Nordea den ehemals milliardenschweren Fonds im vergangenen Herbst auf den European Stars Equity Fund verschmolzen hat, trat Olsen von der Spitze ab. Gleichzeitig kündigte er an, einen eigenen Fonds zu lancieren, den Mensarius Sustainable Value Fonds. Diesen Plan hat er mittlerweile verworfen.  

Fremdgesteuerte Märkte und kurzfristige Handelsmentalität

Als Grund für seinen Abschied aus dem Fondsgeschäft nennt er die dramatischen, strukturellen Veränderungen an den Finanzmärkten. So erfolge seit der globalen Finanzkrise die Kursbildung nicht mehr auf Basis logischer Entscheidungen. Politiker, Zentralbanken und Regulatoren hätten einen zu starken Einfluss auf Wirtschaft, Finanzmärkte und auch Marktteilnehmer. Zudem habe die langfristige Perspektive des Investierens an Interesse verloren, es dominiere die kurzfristige Handelsmentalität an den Märkten und in den Medien. Die Vorherrschaft von Indexfonds, Blackbox-Handelsalgorithmen und neuerdings auch Social-Media-Handelsplattformen, die extreme Volatilität erzeugen, sieht Olsen als eine Bedrohung für fundamental ausgerichtete Asset Manager in einem Umfeld, in dem der Hauptfokus auf kurzfristiger und relativer Performance liegt.

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