Insgesamt 2,4 Milliarden Euro – diese Summe konnten die Top-10-Fondsboutiquen im ersten Halbjahr 2026 an Zuflüssen verzeichnen. Das zeigt die aktuelle Auswertung von Pro Boutiquenfonds, für die das Beratungshaus den Markt deutscher Boutiquenfonds untersucht hat.

In der Rangliste gibt es Verschiebungen und Neueinsteiger – die Nummer eins hat ihren Vorsprung unterdessen deutlich ausgebaut. Der aktuelle Spitzenreiter konnte seine bereits im Vorjahr starke Stellung ausbauen, musste seinen Erfolgsfonds allerdings nun wegen zu hoher Nachfrage schließen. 

Der Blick auf die Assetklassen zeigt eine deutlich breitere Streuung als noch zum Jahresauftakt. Auch ein Anbieter von Optionsstrategien – die im Vorjahr die Rangliste dominiert hatten und zum Jahresstart ganz aus den Top Ten verschwunden waren – ist zurück.

Unter den Top Ten nach Zuflüssen ist mit KB-Vermögensverwaltung erneut eine Boutique, die es kurz nach Auflage ihres Fonds auf einen den vorderen Plätze geschafft hat. „Während die großen Multi-Asset-Anbieter unter anhaltend hohem Abgabedruck stehen, gewinnen spezialisierte, klar positionierte Nischenstrategien in mehreren Segmenten gleichzeitig an Boden“, heißt es in der Analyse.

Mischfonds verzeichnen Abflüsse von 2 Milliarden Euro

Die Gesamtsituation ist für Fondsboutiquen jedoch weiterhin herausfordernd: Insgesamt mussten kleinere Fondsanbieter im ersten Quartal des Jahres Abflüsse von 4,6 Milliarden Euro hinnehmen. Die Entwicklung trifft vor allem Mischfonds

Die gute Nachricht: Das Gesamtfondsvolumen aller Boutiquenfonds stieg auf ein neues Rekordhoch von 166,7 Milliarden Euro – der höchste Wert seit Beginn der Analysereihe im Jahr 2019. Das Plus resultierte dabei „vollständig aus der Marktperformance“, schreiben die Experten von Pro Boutiquenfonds.

Der Blick auf die Assetklassen zeigt, dass alternative Strategien mit Zuflüssen von 482 Millionen Euro im ersten Halbjahr vorn liegen, Anleihen konnten 218 Millionen Euro an Anlegergeldern einsammeln. Aktienstrategien verloren dagegen 601 Millionen Euro. Größter Verlierer waren erneut Mischfonds mit Abflüssen von mehr als 4,6 Milliarden Euro.

Trotz des schwierigen Umfelds verzeichneten einige Fondsboutiquen Zuflüsse. Wir stellen auf den folgenden Seiten die Top Ten seit Jahresbeginn vor.

Platz 10: IFK Institut für Kapitalmarkt
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Martin Wilhelm ist Gründer und Chef-Investmentmanager bei IFK Institut für Kapitalmarkt. | © IFK Institut für Kapitalmarkt
Martin Wilhelm ist Gründer und Chef-Investmentmanager bei IFK Institut für Kapitalmarkt. Bildquelle: IFK Institut für Kapitalmarkt

Mittelzuflüsse 01.01.2026 bis 30.06.2026: 108,0 Millionen Euro  

Platz 10 der Top-Boutiquen belegt das IfK Institut für Kapitalmarkt aus Kiel. Das Unternehmen, das als Berater für den Acatis IfK Value Renten fungiert, gibt es seit dem Jahr 2005.