Top-Speaker beim Tag der Fondsmanager BVI-Chef Richter kritisiert Regulierungsmaßnahmen

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Unter dem Titel „Regulierung lenkt Geld“ fand Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des Fondsbranchenverbands BVI, beim Tag der Fondsmanager deutliche Worte zu Sinn und Unsinn von Regulierungsmaßnahmen für die Fondsbranche. In seinem Vortrag auf der DAS-INVESTMENT-Veranstaltung in Frankfurt erklärte Richter, wie Brüssel die Finanzmarktrichtlinie Mifid II gestaltet. Dabei bemüht sich der Verband bei seinen Gesprächen mit den zuständigen Institutionen vor allem darum, das Provisionsverbot aus der Richtlinie herauszuhalten. Aktuell versuche etwa die europäische Finanzaufsicht European Securities and Markets Authority (Esma), das „Provisionsverbot durch die Hintertür“ in die erste Variante des gesetzgeberischen Textes wieder einzuführen.

Doch auch andere Aspekte der Richtlinie, die am 3. Januar 2017 in Deutschland in Kraft treten soll, bereiten Richter Kopfschmerzen. Dazu gehört etwa die Frage, wer die Researchkosten tragen soll. Den Vorschlag der Esma, diese auf Portfoliomanager oder Kunden, findet Richter zu kompliziert. Ein weiteres Beispiel für unsinnige Regulierung: die Kostentransparenz, also die Transaktionskosten pro Anteil in Euro auszuweisen. „Das wird nie funktionieren“, ist sich Richter sicher, denn ein „Punktlandung“ bei der Nennung eines Wertes bekäme man nicht hin. Bei bestehenden Fonds könne man vielleicht auf die bisherige Entwicklung zurückgreifen. Doch wie gestaltet sich das bei neu aufgelegten Produkten? Richter fordert auch hier eine Regelung, die der Branche Rechtssicherheit gewährleistet, damit sich überhaupt erst gar keine Haftungsfragen stellen.

Wie staatliche Regulierungen Kapital bereits jetzt in falsche Bahnen lenken, macht Richter am Beispiel des Beratungsprotokolls - 12 Seiten und 45 Minuten - deutlich. Denn der Berater, so schätzt der BVI-Chef, wird es von der anzulegenden Summe abhängig machen, welches Finanzprodukt er empfiehlt – und damit, ob er sich und seinem Kunden ein Beratungsprotokoll antut und bei etwaigen Fehlern im Register der Bafin landet. Das wird dazu führen, dass Geld nicht in Aktien gelenkt wird, sondern in solche Produkte, die kein Beratungsprotokoll benötigen, sagt Richter. Für ihn gilt es, die faire Beratung des Kunden, Rechtssicherheit für den Vertrieb und wenig Bürokratie für den Anbieter in Einklang miteinander zu bringen.

Doch nicht nur die deutsche Fondsbranche muss sich mit diesen Fragen rumschlagen. Als Beispiel für Fehlentwicklungen infolge von Regulierungen verweist Richter auf Großbritannien. Nach der dortigen Regulierungsmaßnahme ist jetzt eine eklatante Beratungslücke bei Kleinanlegern entstanden, weil sie ein zu kleines Anlagevolumen mitbringen. Infolgedessen liegen gut 400 Milliarden Pfund bei Kunden rum, nur weil sie nicht beraten werden können.

Eröffnet hat Richter seinen Vortrag mit den jüngsten Zahlen der Branche. „2014 war das beste Jahr der deutschen Fondsbranche, sowohl nach Gesamtvolumen als auch nach Mittelzuflüssen“, sagte Richter. 2,486 Billionen Euro an Vermögen werden derzeit verwaltet.

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