Tops & Flops: Deutschland-Fonds 2013 - Je mehr Minis, desto besser

Small-Cap- oder All-Cap-Fonds? Beim DB Platinum III Platow (WKN: A0JEJJ) fällt die Antwort nicht ganz leicht. Der Münchner Datenanbieter FWW listet das seit 2006 von der Redaktion des Informationsdienstes Platow Brief verantwortete Produkt in der Kategorie Aktien All Cap Deutschland, wo es zum Stichtag 1. November ganz oben steht.

Für die Analysten von Morningstar dagegen handelt es sich um einen Nebenwerte-Fonds, der in dieser Kategorie auf der FWW-Plattform Fondsweb.de mit dem seit Anfang Januar erzielten Zuwachs von 32,69 Prozent lediglich Platz 5 belegen würde. Dort führt der DWS German Small/Mid Cap (WKN: 515240) von Philipp Schweneke mit einem Plus von 36,09 Prozent das Feld an (siehe kleine Tabelle).

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Fondsberater Christoph Frank selbst hält die richtige Zuordnung offen. „Derzeit sehe ich ihn eher als Small-Cap-Fonds“, sagt der Leiter des Platow-Redaktionsteams. Allerdings nicht per Definition, sondern weil das zugrunde liegende Konzept überproportional viele Nebenwerte aus der Gesamtheit deutscher Aktien herausfiltere. „Wir sind reine Stockpicker“, erläutert Frank. „Ein Unternehmen muss uns vor allem in puncto Geschäftsmodell, Wachstumsaussichten, Ertragskraft und Finanzausstattung überzeugen.“

Prominent vertreten in den Top Ten sind nach diesem Filter unter anderem die S- beziehungsweise Tec-Dax-Titel Bertrandt, Cancom, Freenet und Grammer, aber auch noch kleinere Unternehmen wie der Software-Spezialist Cenit. Weil aber Dax-Konzerne wie Allianz, Continental, Fresenius, Henkel oder Deutsche Post ebenso zum Portfolio gehören, geht der Stempel „All-Cap-Fonds“ durchaus in Ordnung.

Ähnlich erfolgreich wie Frank agieren in dieser Kategorie mit Tim Albrecht und Henning Gebhardt zwei weitere DWS-Manager. Im DWS Deutschland (WKN: 849096) und im DWS Aktien Strategie Deutschland (WKN: 976986) mischen sie ebenfalls Standard- und Nebenwerte, wobei der Small-Cap-Anteil im von Gebhardt betreuten Strategie-Fonds mit 35 bis 50 Prozent tendenziell etwas höher ausfällt.

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In Gebhardts Verantwortung fällt auch der DWS Investa (WKN: 847400), der im laufenden Jahr als bester Standardwerte-Fonds 26,72 Prozent hinzugewann. Die rund 7 Prozentpunkte Mehrertrag gegenüber dem Dax rühren unter anderem daher, dass Gebhardt branchenseitig stark auf exportstarke Industrie-Outperformer wie Daimler, Continental oder Linde setzt und phasenweise zu etwas mehr als 100 Prozent im Markt investiert war.

Mit Hebel arbeitet auch der HAIG MB S Plus (WKN: HAFX2B) der Limburger Investmentboutique MB Fund Advisory – allerdings nur, wenn das hauseigene Trendfolgesystem grünes Licht für die weitere Dax-Entwicklung gibt. Ist das nicht der Fall, parkt Geschäftsführer Thilo Müller das Fondsvermögen von aktuell knapp 10 Millionen Euro am Geldmarkt.

Eine Strategie, die im ersten Halbjahr aufgrund mehrerer Trendwechsel massiv Performance kostete: Obwohl seit Ende August wieder mit einem Hebel von 2 unterwegs, belegt der HAIG MB S Plus derzeit mit einem Minus von 2,16 Prozent abgeschlagen den letzten Platz.

Noch gibt sich Müller allerdings nicht geschlagen, denn einen erneuten Trendwechsel hält er für unwahrscheinlich: „Wir sind mitten drin in der Jahresschluss-Rally.“ Keine Einzelmeinung, wie der Ausblick von Platow-Mann Frank bestätigt: „Erfahrungsgemäß läuft es in Jahren, in denen es in der eigentlich eher schwachen Zeit von Mai bis Oktober deutlich nach oben ging, auch im November und Dezember gut.“

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