Jahresbeste: Invesco-Managerin Stephanie
Butcher, Rothschild-Duo Didier Bouvignies and
Philippe Chaumel (v.li.)

Jahresbeste: Invesco-Managerin Stephanie Butcher, Rothschild-Duo Didier Bouvignies and Philippe Chaumel (v.li.)

Tops & Flops: Europa-Börsen 2013 - Ein Markt für Überzeugungstäter

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Wer sich auf Fondsweb.de ein Bild davon machen will, welche europäischen Aktienfonds seit Anfang Januar ganz vorn liegen, muss sich erst einmal durch die einschlägigen Kategorien klicken – außer All Cap Europa, Large Cap Europa, All Cap Euroland und Large Cap Euroland gibt es auch noch All Cap Europa ex UK. In einer einzigen Tabelle mit insgesamt 541 Fonds zusammengeführt, zeigt sich jedoch eines recht schnell: Den bislang besten Job im laufenden Jahr machen Invesco und Rothschild. Gleich fünf der 15 Top-Fonds stammen aus diesen beiden Häusern.

Während bei Rothschild die gleiche, von denselben Managern mal mit und mal ohne Schweizer und britische Unternehmen umgesetzte Strategie zum Erfolg führte, liegt der Fall bei Invesco etwas komplizierter. Insgesamt verwaltet die amerikanische Gesellschaft – Small- und Mid-Cap-Angebote nicht mitgerechnet – sechs Fonds für europäische Aktien mit deutscher Vertriebszulassung.

Am einfachsten zu unterscheiden sind noch der Invesco Pan European Equity (WKN: 973788) (Rang 10) und der Invesco Pan European Focus Equity (WKN: A1JQ1G) (Rang 4). Für beide vom britischen Henley aus verwalteten Fonds stehen den Managern John Surplice und Martin Walker Aktien aus ganz Europa offen, bei letzterem beschränken sie sich jedoch auf die aus ihrer Sicht 35 bis 40 interessantesten Werte. Zudem bekommen sie beim Focus-Fonds Unterstützung von ihren Small-Cap-Kollegen Erik Esselink und Jonathan Brown.

Geographisch standen in den vergangenen Monaten vor allem britische Firmen im Mittelpunkt, auf der Branchenseite Banken und Industrieunternehmen. Bemerkenswert: Trotz seiner bislang makellosen Peformance-Bilanz verwaltet der im Dezember 2011 aufgelegte Pan European Focus Equity (WKN: A1JQ1G) gerade einmal 5 Millionen Euro. Das Europa-Flaggschiff der Gesellschaft, der aus Frankfurt heraus gesteuerte Invesco Pan European Structured Equity, kommt auf 1,6 Milliarden Euro.

Mit 66 Millionen Euro ist das Volumen des Spitzenreiters Invesco Continental European Equity (WKN: A0BL7Y) ebenfalls noch recht überschaubar – obwohl dieser Fonds in der Invesco-Europa- Palette über die längste Historie verfügt. Seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 1986 zurück, als Invesco European Equity Core Fund verfolgte er bis zu seiner Umbenennung Ende 2005 auch schon einmal eine ganz ähnliche Politik wie der Pan European Focus Equity. Die derzeitige Managerin Stephanie Butcher (seit Februar 2012) setzt wie ihre Focus-Kollegen vor allem auf Finanzdienstleister, regional am stärksten übergewichtet hat sie Peripherie-Märkte wie Spanien oder Irland.

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Das ursprüngliche Motto des Invesco European Equity Core Fund (Investieren aus Überzeugung) tragen die Rothschild-Fonds R Conviction Euro (WKN: A0YGML) und R Conviction Europa bereits im Namen. Die gemeinsam für beide Portfolios verantwortlichen Manager Didier Bouvignies und Philippe Chaumel beschränken sich auf 40 bis 60 als besonders attraktiv eingestufte Werte, von denen sie die meisten derzeit vor allem in ihrer Heimat Frankreich (unter anderem Peugeot, Cap Gemini und St. Gobain) und in Italien finden.

Deutschland ist dagegen wie auch im Portfolio der drei Invesco-Fonds deutlich untergewichtet. Trotz aller Gemeinsamkeiten: Beim Volumen liegen zwischen den Rothschild-Fonds Welten. Während der 1996 aufgelegte R Conviction Europe lediglich 50 Millionen Euro verwaltet, sind es beim neun Jahre später gestarteten Schwesterprodukt 560 Millionen Euro.

Zum Stichtag 21. Oktober bringen immerhin fünf Fonds das Kunststück fertig, für das laufende Jahr ein Minus auszuweisen. Beim Schlusslicht Meag Euro-Kapital (WKN: 975746) zeichnet für die Verluste ein Trendfolgemodell verantwortlich, das in den vergangenen Monaten just immer dann Kaufsignale gab, wenn es unmittelbar danach an den Märkten bergab ging – und zum Ausstieg riet, wenn die Kurse kurze Zeit später auf breiter Front zum Turnaround ansetzten.

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