Michael Hasenstab

Michael Hasenstab

Total global: Franklin Templeton gewinnt Lipper Award bei globalen Anleihefonds

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Obwohl die meisten Anleihemanager 2010 mit einer Flaute am Rentenmarkt rechnen, ist Michael Hasenstab optimistisch: „Viele Rentenmanager konzentrieren sich nur auf US-Staatsanleihen, Bundesanleihen und wenige weitere Industriestaaten. Wer sich aber die Peripherie ansieht, dem bieten sich auch 2010 gute Chancen“, so der promovierte Volkswirt. Seit Juli 1995 arbeitet er für Franklin Templeton und seit August 2001 managt er den Templeton Global Bond Fund.

Mit Peripherie meint Hasenstab die Schwellenländer. Dass deren Anleihen riskant sind, hält er für überholt. „Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass die G7-Staaten bald auf einem Schuldenberg sitzen, der über 100 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes entspricht. Bei den aufstrebenden G20-Ländern indes wird das Verhältnis bei 40 Prozent liegen.“ Das spreche klar für die Emerging Markets. Kein Wunder also, dass er am liebsten Anleihen fernab der Mainstream-Märkte Europa, USA und Japan kauft. Dort gebe es einfach die besseren Möglichkeiten, die gängigen Benchmarks zu schlagen, so der Fondsmanager. Seine größten Länderpositionen sind derzeit Südkorea (18,32 Prozent am Portfolio), Australien (10,27 Prozent) und Schweden (7,76 Prozent). Hasenstab: „In Südkorea kann man mit zweijährigen Anleihen 4,5 Prozent im Jahr verdienen.“

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Grundsätzlich darf er losgelöst von einer Benchmark Staatsanleihen aus der ganzen Welt kaufen. Im Schnitt haben die Papiere in Hasenstabs Portfolio ein A-Rating (gute Schuldner). Bei seiner Arbeit stützt er sich auf die volkswirtschaftlichen Analysen des Templeton-Teams: Zahlenwerke über Zinsniveaus, Bruttoinlandsprodukte, Inflationen und Zahlungsströme auf der ganzen Welt.

Hasenstab kann dabei auf eine große Bandbreite an Anlageexperten zurückgreifen: „Wir haben eine sehr facettenreiche Truppe. Unsere Rentenanalysten sind über den gesamten Globus verteilt: von unserem kalifornischen Hauptsitz San Mateo über Europa, China, Indien, Korea, Brasilien bis Dubai.“ Über 100 Anlageexperten weltweit liefern ihm das Material für seine Anlageentscheidungen.

Währungsgewinne gesucht

Dabei setzt Hasenstab nicht nur auf Zinsen und Kursgewinne als Performance-Quelle: „Wer auf den internationalen Rentenmärkten unterwegs ist, sollte auch auf die Wechselkursentwicklungen achten“, so der Fondsmanager. „Wir prüfen bei jedem Land, in das wir investieren, ob dessen Anleihen oder dessen Währung die höheren Zuwächse versprechen.“ Prinzipiell gefallen ihm nicht nur Anleihen, sondern auch Währungen aus den Schwellenländern. Derzeit sind dies vor allem jene aus Indien, China und Malaysia. Dennoch besteht knapp die Hälfte des Portfolios aus US-Dollar-Papieren. Der Grund: Viele Schwellenländer-Anleihen werden in Dollar gehandelt.

Zudem profitiert Hasenstab auf der Währungsseite von folgendem Zusammenhang: Steigen die Leitzinsen in einem Land, was in der Regel zu sinkenden Kursen der Staatsanleihen führt, steigt oft auch der Kurs der Währung. „Diesen Mechanismus nutzen wir häufig aus, indem wir unsere Anleihepositionen mit Währungsderivaten absichern“, so der Fondsmanager.

Der Mann versteht sein Handwerk. In den vergangenen drei Jahren holte er viermal so viel aus seinem Anlageuniversum heraus (30,0 Prozent) wie seine Konkurrenz (7,6 Prozent). Das Analysehaus Lipper hat den Templeton Global Bond dafür zum besten globalen Rentenfonds gekürt.

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