Trade Republic erweitert sein Angebot um ein Kinderdepot. Dieses steht ab sofort ohne Warteliste zur Verfügung. Die Kontoeröffnung erfolgt vollständig digital über die App und soll nur wenige Minuten dauern. Eltern können das Depot im Namen ihrer Kinder eröffnen und dabei alle bewährten Funktionen der Plattform nutzen: kostenlose Sparplanausführungen, Bruchstückhandel sowie EZB-Zinsen auf das gesamte Guthaben auf dem Verrechnungskonto.
„Trade Republic Kindergeld“ soll den Unterschied machen
Die Besonderheit liegt im sogenannten „Trade Republic Kindergeld“. Hierbei werden die Fondskosten beliebter Vanguard-ETFs wie beispielsweise dem FTSE All World ETF monatlich gutgeschrieben und automatisch reinvestiert. Trade Republic-Mitgründer Christian Hecker bezeichnet dies als „weltweit einmalig“.
„Das Rentensystem ist in Zukunft nicht sicher“, warnt Hecker. Den Kindern würden eine marode Altersvorsorge und hohe Staatsschulden hinterlassen. Nur der eigene, frühe Vermögensaufbau könne der jungen Generation dabei helfen, in Sicherheit alt zu werden.
Steuervorteile und Millionen-Potenzial
Als zusätzlichen Anreiz können Eltern den jährlichen Steuerfreibetrag ihrer Kinder von bis zu 13.000 Euro nutzen. Über die Jahre lassen sich dadurch mehrere tausend Euro an Steuern sparen.
Die Rechnung des Unternehmens zeigt das langfristige Potenzial: Wer ab der Geburt monatlich 100 Euro anlegt und eine durchschnittliche Jahresrendite von 7 Prozent erzielt, verfügt zum 18. Geburtstag über mehr als 43.000 Euro. Bleibt das Geld bis zum Rentenbeginn investiert, können daraus über eine Million Euro erwachsen.
Sparpaten-Funktion für die Familie
Eine Gemeinschaftsfunktion ermöglicht es Freunden und Familie, als „Sparpaten“ monatlich per Lastschrift zum Sparen beizutragen. So wird der Vermögensaufbau zur Familienangelegenheit.
Das Kinderdepot bereitet bereits auf die geplante Frühstart-Rente vor. Laut Koalitionsvertrag sollen Kinder ab dem sechsten Lebensjahr von einer staatlichen Förderung von 10 Euro pro Monat profitieren. Dieser Beitrag kann nach Einführung durch die neue Regierung das angesparte Kapital im Kinderdepot ergänzen.
Vollständigen Zugriff auf das Depot haben die Kinder erst mit dem 18. Geburtstag. Bis dahin muss laut dem Unternehmen eine erziehungsberechtigte Person alle Entscheidungen im Namen des Kindes treffen.
Konkurrenz belebt das Geschäft
Trade Republic reiht sich mit dem Angebot in einen wachsenden Markt ein. Direktbanken wie ING, DKB und Comdirect bieten bereits Kinderdepots an. Auch Neobroker Scalable Capital kündigte Anfang Mai ein Kinderdepot an, das schrittweise eingeführt wird – allerdings zunächst nur über eine Warteliste.
Der Berliner Neobroker Trade Republic, der nach eigenen Angaben über acht Millionen Kunden verfügt, erweitert damit erneut sein Produktportfolio. Nach der Einführung einer Bezahlkarte und eines Girokontos setzt das auf 5 Milliarden Euro bewertete Fintech nun auf den Bereich Familien-Finanzen.
