DAS INVESTMENT Logo DAS INVESTMENT Logo
Einloggen Registrieren
Benachrichtigungen Alles als gelesen markieren
News
Datenbank
Kapitalanlage
Versicherungen
Karriere
Service
Experten
ETF-Portal NEU
→ NEU DAS INVESTMENT ETF – Das ETF-Portal für Profis → NEU DAS INVESTMENT ETF – Das ETF-Portal für Profis → NEU DAS INVESTMENT ETF – Das ETF-Portal für Profis → NEU DAS INVESTMENT ETF – Das ETF-Portal für Profis → NEU DAS INVESTMENT ETF – Das ETF-Portal für Profis
Einloggen Registrieren Kontoeinstellungen Meine Merkliste Newsletter
Watchlist Musterdepot
Ausloggen
Kostenlos registrieren
ETF-Portal NEU
News
Datenbank
Kapitalanlage
Versicherungen
Karriere
Service
Experten
Newsletter
Podcast
Fondsanalyse-App
Alle wichtigen Fonds-Daten jederzeit mobil zur Hand. Analysen, Vergleiche und Portfoliomanagement jetzt unterwegs nutzen.
Laden Im App Store
Jetzt Bei Google Play
Mein Konto
Einloggen Registrieren Kontoeinstellungen Meine Merkliste Newsletter
Watchlist Musterdepot
Ausloggen
Börse

Nach Trade Republic: Wie die LS Exchange verschwand

DI+ Nach Trade Republic 0,06 Prozent: das Protokoll des Lang-und-Schwarz-Zusammenbruchs

Kein Anleger verlor Geld, und doch ist eine Ära zu Ende. Was der Kollaps der Lang & Schwarz Exchange über die Zukunft des Gratishandels in Deutschland verrät.

Lang & Schwarz hat mit der Umstellung von Trade Republic zu kämpfen
Lang & Schwarz hat mit der Umstellung von Trade Republic zu kämpfen | Bildquelle: Trade Republic / Lang & Schwarz / Edelstoff Media
Von Christoph Fröhlich | Chefredakteur DAS INVESTMENT
Aktualisiert am: 9. Juli 2026
Link kopieren Link wurde in die Zwischenablage kopiert! Per E-Mail versenden Via WhatsApp teilen Bei LinkedIn teilen Bei X teilen Bei Facebook teilen Bei Xing teilen
Chart auf Smarktphone, daneben Euro-Münze
Neobroker
Payment-for-Order-Flow-Verbot – warum die Null-Euro-Order trotzdem weiterlebt
Von Christin Jahns
Oliver Riedel, Baader-Bank-Vorstand
Unterschleißheim
Baader Bank mit Rekordergebnis – und neuem Chef
Von Christoph Fröhlich

Es gibt Zahlen, die klingen nach Betriebsstörung, und es gibt Zahlen, die klingen nach Nachruf. Die der LS Exchange gehören in die zweite Kategorie. Der elektronische Handelsplatz, den Lang & Schwarz gemeinsam mit der Börse Hamburg betreibt, setzte am Montag laut dem Branchendienst Finanz-Szene noch 128 Millionen Euro um, am Dienstag 158 Millionen – rund 88 und 86 Prozent unter dem durchschnittlichen Tagesumsatz von 1,112 Milliarden Euro, den das Haus im ersten Halbjahr erreicht hatte. Der erste Handelstag nach dem Bruch, Freitag der 3. Juli, hatte mit gut 90 Prozent Rückgang noch drastischer ausgesehen. Doch an diesem Freitag blieb die NYSE geschlossen: Der Independence Day fiel 2026 auf einen Samstag und wurde an der Börse auf den Freitag davor vorgezogen. So verzerrt dieser Tag den Vergleich. Bereinigt fällt der Absturz eine Spur geringer aus. Ein Einbruch um fast neun Zehntel, von einem Tag auf den anderen, bleibt es dennoch.

Am Montag darauf zeigte sich das an der Lieblings-Aktie der Deutschen. Bei Rheinmetall kam die LS Exchange laut Finanz-Szene zwischen 9 und 11 Uhr auf einen Marktanteil von 0,06 Prozent. Auf Gettex ging demnach im selben Zeitfenster siebenmal so viel um, auf Tradegate zwanzigmal, auf Xetra grob fünfzigmal so viel. Die Aktie von Lang & Schwarz verlor seit Mitte der Vorwoche rund ein Drittel ihres Werts, der Vorstand senkte die Jahresprognose.

Auslöser war eine Mitteilung vom Donnerstag zuvor: Trade Republic, mit Millionen Kunden Deutschlands größter Neobroker und über Jahre der dominante Orderlieferant der LS Exchange, wickelt seinen Handel nicht mehr exklusiv über den Düsseldorfer Partner ab. Stattdessen führt der Berliner Broker Kundenorders selbst als Market Maker aus oder leitet sie wahlweise an eine von 30 internationalen Börsen weiter, darunter Xetra, Euronext, NYSE und Nasdaq. Der Zeitpunkt war kein Zufall. Am 1. Juli lief die deutsche Übergangsausnahme vom EU-weiten Verbot des Payment for Order Flow (PFOF) aus, jener Rückvergütungen, mit denen Market Maker sich jahrelang den Orderstrom der Neobroker kauften.

Das klingt nach Firmengeschichte, ist aber ein Strukturbruch. Denn Lang & Schwarz ist nur der erste sichtbare Fall einer Zwischenhändler-Schicht, der das Gesetz die Geschäftsgrundlage entzogen hat. Und der Fall zeigt, wie schnell eine Infrastruktur sterben kann, auf die sich Anleger börsentäglich verlassen.

Das Schmiermittel des Systems

Um zu verstehen, was da kollabiert ist, muss man die Arbeitsteilung der PFOF-Ära kennen. Der deutsche Retail-Handel fragmentiert sich in den zentralen Referenzmarkt Xetra, wo hunderte institutionelle Teilnehmer in einem offenen Orderbuch konkurrieren, und in regionale Handelsplätze, an denen ein einziger Market Maker fortlaufend Geld- und Briefkurse stellt: Lang & Schwarz an der LS Exchange, die Baader Bank an der Münchener Gettex.

Dieses Ein-Preissteller-Modell lebte von einer besonderen Ware: dem Orderstrom von Millionen Privatanlegern. Der gilt in der Marktmikrostruktur als „uninformiert“ – Kleinanleger wissen nichts, was der Markt nicht weiß, und handeln unkorreliert. Wer diesen Strom exklusiv kanalisiert, trägt kaum Risiko: Kauf- und Verkaufsorders lassen sich intern gegeneinander verrechnen, nur der Rest muss am Referenzmarkt abgesichert werden. Aus den komfortablen Margen dieses Geschäfts flossen die PFOF-Rückvergütungen an die Broker, die damit wiederum ihre Null- und Ein-Euro-Konditionen subventionierten. Broker, Market Maker und Regionalbörse griffen ineinander wie Zahnräder, solange die Regulierung den Schmierstoff duldete.

Wie gut das Modell zuletzt lief, zeigen die Zahlen von Lang & Schwarz selbst: Im Geschäftsjahr 2025 erreichte das Handelsvolumen des Konzerns ein Rekordniveau von 334,3 Milliarden Euro, das Ergebnis aus der Handelstätigkeit einen Höchstwert von 145,4 Millionen Euro. Noch das zweite Quartal 2026, unmittelbar vor dem Bruch, brachte ein Handelsergebnis von 32 Millionen Euro – deutlich mehr als die 25 Millionen des Vorjahresquartals, wenn auch nur die Hälfte des Rekord-Auftaktquartals 2026.

Anzeige
Neuer Fed-Chef Kevin Warsh
Private Equity und Private Credit
Antworten auf die wichtigsten aktuellen Private-Markets-Fragen
Jetzt lesen

Die Mechanik des Verschwindens

Dass ein Handelsplatz nicht über Jahre erodiert, sondern über ein Wochenende implodiert, liegt an einer einfachen Rückkopplung: Liquidität zieht Liquidität an, Abfluss zieht Abfluss nach. Fällt der stete Strom der vielen kleinen Privatorders weg, kann der Market Maker Kauf und Verkauf nicht mehr intern gegeneinander verrechnen. Jede offene Position muss er nun teuer über Xetra absichern. Zugleich wird das verbliebene Geschäft gefährlicher: Zurück bleiben vor allem die Profis, die dem Markt oft einen Schritt voraus sind, und gegen die verliert ein einzelner Preissteller fast immer.

Beides zwingt ihn, seine Geld-Brief-Spanne auszuweiten. Und in dem Moment, in dem die Spreads schlechter sind als anderswo, greifen die Best-Execution-Algorithmen der verbliebenen Banken und Broker: Sie routen automatisch an dem Platz vorbei. Weniger Volumen erzwingt weitere Spread-Ausweitung, die weiteres Volumen kostet.

Anzeige
Neuer Fed-Chef Kevin Warsh
Private Equity und Private Credit
Antworten auf die wichtigsten aktuellen Private-Markets-Fragen
Jetzt lesen

Der Mann, der beide Maschinen baute

Zur Strukturgeschichte kommt eine Personalie. Carsten Lütke-Bornefeld war über 27 Jahre eine zentrale Figur bei Lang & Schwarz: Head of Trading und Leiter des Tradecenter, verantwortlich für das Market Making und eng mit dem Aufbau der LS Exchange verbunden. Noch 2022 pries er den Platz öffentlich als „Inbegriff des Wertpapierhandels über smart devices“ und trieb den Ausbau der Handelstechnologie des Hauses voran.

Im Frühjahr 2025 wechselte Lütke-Bornefeld nach Berlin zu Trade Republic; Branchendiensten zufolge folgten ihm weitere Spezialisten aus dem Umfeld von Lang & Schwarz. In Berlin entstand anschließend unter Geheimhaltung genau jene Handelsarchitektur, die den alten Arbeitgeber nun trifft: Über die lizenzrechtlichen Voraussetzungen für einen eigenen Handelsplatz verfügt Trade Republic nach Finanz-Szene-Informationen bereits seit Ende Januar. Gebrauch davon macht der Broker zunächst aber nicht.

Anzeige
Falcon 6X-Produktion beim Flugzeughersteller Dassault
Über die Erde hinaus investieren
iShares bringt Weltraumwirtschaft ins Depot
Mit dem iShares Space Technologies UCITS ETF (ST4R) können Anleger erstmals breit gestreut in die gesamte Wertschöpfungskette der Weltraumwirtschaft investieren.
Jetzt lesen

Das am 2. Juli vorgestellte Setup besteht stattdessen aus zwei Wegen: interner Ausführung als Market Maker für einen Euro oder Routing an einen von 30 internationalen Handelsplätzen für 2 Euro. Anders als Scalable Capital betreibt Trade Republic damit keinen eigenen Handelsplatz; es setzt vorerst auf Internalisierung und zusätzliches Routing an etablierte Börsen. Ein neues Web-Terminal mit Live-Marktdaten zielt zusätzlich auf aktive Trader, die bislang bei Spezialanbietern wie Interactive Brokers oder Flatex handeln. Vollständig ausgeleuchtet ist das allerdings nicht: Es stützt sich auf Branchenberichte, offizielle Bestätigungen der Beteiligten stehen aus.

Anzeige
Falcon 6X-Produktion beim Flugzeughersteller Dassault
Über die Erde hinaus investieren
iShares bringt Weltraumwirtschaft ins Depot
Mit dem iShares Space Technologies UCITS ETF (ST4R) können Anleger erstmals breit gestreut in die gesamte Wertschöpfungskette der Weltraumwirtschaft investieren.
Jetzt lesen

Auffällig ist, wie Trade Republic den Wegfall der PFOF-Erlöse – zuletzt nach eigenen Angaben unter 20 Prozent des Umsatzes – kompensieren will: nach Darstellung aus dem Unternehmensumfeld gerade nicht über Spreads oder eigene Marktpreisrisiken, sondern über Skaleneffekte. Der Broker bündelt Hunderte Kleinorders zu Sammelorders und wickelt sie günstig an liquiden Plätzen ab, während jede Einzelorder ihren Euro einspielt. Ob die Trennung von Ausführung und Ertrag in der Praxis so sauber bleibt, wie sie beschrieben wird, lässt sich von außen nicht prüfen.

Chronik einer angekündigten Disruption

Kalt erwischt wurde hier niemand. Lang & Schwarz hat das Risiko selbst dokumentiert. Im Geschäftsbericht 2025 verwies der Konzern ausdrücklich auf die Abhängigkeit vom Kunden Trade Republic und dessen hohen Anteil am Orderfluss sowie auf das Risiko, dass eine Veränderung dieser Beziehung das Handelsergebnis drücken könne. Auch das Ende der deutschen PFOF-Ausnahme stand dort schwarz auf weiß. Schon früh galt Trade Republic als mit Abstand größter Orderlieferant der LS Exchange.

Reagiert hat das Unternehmen trotzdem spät. Erst am 23. März 2026, gut drei Monate vor dem Stichtag, kündigte es per Ad-hoc-Mitteilung ein zusätzliches Handelsmodell mit mehreren Market Makern an; im Februar stärkte es die Eigenmittel um 19,2 Millionen Euro. Warum nicht früher? Die Antwort liegt vermutlich weniger in Blindheit als in der Ökonomie des Bestandsgeschäfts: Solange die Kooperation Rekordquartale produzierte, hätte jede ernsthafte Diversifizierung die sofortigen Margen gefährdet – und als reiner B2B-Dienstleister ohne eigene Endkunden fehlte Lang & Schwarz jedes Druckmittel gegenüber dem Orderstrom.

Es ist das klassische Dilemma des Innovators, verschärft durch ein Klumpenrisiko, das man kannte und dennoch nicht auflösen konnte. Dass die österreichische Dadat Bank Lang & Schwarz schon im März als Handelspartner strich, passt ins Bild eines schleichenden Bedeutungsverlusts, den der Juli nur noch besiegelte.

Ganz verschwinden wird das Unternehmen deshalb nicht. Die Gruppe ist mehr als die LS Exchange: Sie emittiert exklusiv die Wikifolio-Zertifikate, bedient rund 20 Partnerbanken im Direkthandel, stellt Kurse auch in Frankfurt, Wien und an der BX Swiss. Nur stagniert das Volumen der klassischen Broker seit Jahren, das Wachstum des Retail-Handels fand fast ausschließlich bei den Neobrokern statt. Eine auf Millionen tägliche Kleinstorders skalierte Fixkostenmaschine lässt sich mit dem Restgeschäft kaum auslasten.

Wie sieht es bei der Baader Bank aus?

Wenn eine Schicht kollabiert, sobald ihre regulatorische Grundlage entfällt, stellt sich die Frage nach dem nächsten Kandidaten. Der Blick fällt zwangsläufig auf die Baader Bank, die an Gettex eine ähnliche Rolle spielt wie Lang & Schwarz an der LS Exchange: dominanter Preissteller eines Ein-Market-Maker-Platzes, groß geworden mit dem Orderstrom der Neobroker.

Die Parallele trägt allerdings nur zur Hälfte. Baader ist breiter aufgestellt – Market Making für ein weites Wertpapieruniversum an mehreren Börsen, Depot- und Abwicklungsgeschäft für eine ganze Reihe von Brokern, dazu institutionelles Geschäft. 2025 war ein Rekordjahr mit 72,9 Millionen Euro Vorsteuerergebnis, ausdrücklich getragen von hohen Orderzahlen auf Gettex. Kein einzelner Kunde dominiert das Haus so, wie Trade Republic die LS Exchange dominierte.

Und doch hat auch Baader seine Verwundbarkeit schon zu spüren bekommen. Scalable Capital, nach Kundenzahl der zweite große deutsche Neobroker, erhielt im September 2025 die Vollbanklizenz und zog im vierten Quartal 2025 die Depots seiner Bestandskunden von der Baader Bank auf die eigene Bilanz um. Die Folge: Die Zahl der B2B2C-Kunden und das betreute Volumen sanken binnen Jahresfrist um rund ein Drittel, die Bilanzsumme schrumpfte auf 3,2 Milliarden Euro. Scalable betreibt zudem seit Ende 2024 mit der Börse Hannover einen eigenen Handelsplatz, die European Investor Exchange, an der es selbst als Market Maker auftritt und damit die Handelsspanne seines eigenen Market Making in der Gruppe behält. PFOF, also die Zuwendung eines Dritten, fällt dabei formal gar nicht mehr an.

Der Fall Lang & Schwarz und der Fall Baader stehen damit für zwei verwandte, aber verschiedene Fragilitäten.

Die Illusion des Gratishandels

Unterhalb der beiden Großen kämpft eine dritte Gruppe mit dem Verbot: Broker wie Finanzen.net zero, denen die Mittel für eine eigene Handelsinfrastruktur fehlen. Ihre Antwort ist ein Konstrukt, das seit dem Frühjahr auf Wertpapierabrechnungen auftaucht und in der Branche als „Gutschriften-Modell“ firmiert: Der Market Maker zahlt den bisherigen PFOF-Betrag nicht mehr an den Broker, sondern als „handelsplatzabhängige Gutschrift“ direkt an den Kunden – während der Broker zeitgleich ein „Vermittlungsentgelt“ in nahezu gleicher Höhe erhebt. Unterm Strich steht für den Anleger eine Null, wirtschaftlich ist alles beim Alten, nur der verbotene Geldfluss vom Market Maker zum Broker ist formal durchbrochen. Ob diese Umgehung vor den Aufsehern Bestand hat, ist offen. Die Esma hatte bereits 2021 grundsätzlich gewarnt, dass Zahlungen für den Orderstrom einen Interessenkonflikt schaffen, weil sie den Anreiz setzen, Orders zur höchsten Vergütung statt zum bestmöglichen Gesamtergebnis für den Kunden zu leiten – ein Anreiz, der im Gutschriften-Modell strukturell fortbestehen kann.

Das ist die Pointe des Verbots. Gedacht war es als Stärkung der transparenten, wettbewerblichen Märkte. Tatsächlich wandern Milliardenvolumina nun in Strukturen, die eher opaker sind als zuvor: in die Internalisierung der Broker selbst, in hauseigene Handelsplätze, in Verrechnungsmodelle am Rand des Regelwerks. Studien der niederländischen und der spanischen Aufsicht hatten schon für die PFOF-Ära gezeigt, dass die Ausführung über einen einzigen Market Maker die impliziten Kosten der Anleger erhöht.

Eine Untersuchung der deutschen Bafin („Studie zur Ausführungsqualität an ausgewählten deutschen Handelsplattformen“, veröffentlicht 2022), die zusätzlich die handelsplatzbezogenen Transaktionsentgelte berücksichtigte, kam allerdings zu einem für PFOF günstigeren Ergebnis. Ob der Interessenkonflikt damit wirklich verschwindet oder nur seine Form ändert, ist schwer zu beurteilen. Trade Republic betont nach Darstellung aus dem Unternehmensumfeld, keine Gewinne über Ausführungskurse erzielen zu wollen; zugleich verlagert die Internalisierung die Kontrolle über die Ausführung näher an den Broker selbst.

Wie stabil ist der Apparat?

Übertreiben sollte man das Alarmierende trotzdem nicht. Das Volumen der LS Exchange ist nicht verschwunden, es hat sich verlagert – zu Xetra, Tradegate, Gettex und in die interne Ausführung von Trade Republic. Kein Anleger hat durch den Kollaps Geld oder Wertpapiere verloren; wer am Montag Rheinmetall kaufen wollte, konnte das an einem halben Dutzend Plätze. Der Wettbewerb um die Order dürfte durch das Routing zu 30 Börsen eher zunehmen. Und dass ausgerechnet die Referenzmärkte mit breitem Teilnehmerkreis – Xetra, mit Abstrichen Tradegate – zu den Gewinnern zählen, spricht dafür, dass das robusteste Stück Infrastruktur zugleich das transparenteste ist.

Die Lehre: Eine Schicht des Marktapparats, die Anleger für selbstverständlich hielten, erwies sich als Funktion einer einzigen regulatorischen Duldung – und verschwand mit ihr binnen Tagen. Überlebt haben nicht die Häuser mit der besten Handelstechnologie, sondern die mit direktem Zugriff auf den Kunden; wer nur ausführte, ohne zu besitzen, wurde optional.

Die offene Frage aber richtet sich an den Rest des Systems: Welche der Selbstverständlichkeiten, auf die sich Millionen Depots börsentäglich verlassen – gestellte Kurse, enge Spreads, ausführbare Orders am Feierabend –, ist in Wahrheit nur die zweite Hälfte eines Geschäftsmodells, dessen erste Hälfte gerade zur Disposition steht?

Christoph Fröhlich deckt bei DAS INVESTMENT die gesamte Bandbreite der Geldanlage ab – von aktiven Fonds bis zu Bitcoin, von Anleihenmärkten bis KI-Investments. Was ihn antreibt: die Menschen hinter den Zahlen. Diese Neugier hat er sich von der BILD-Lokalredaktion über seine Zeit als stern-Ressortleiter bis heute bewahrt. Nun jongliert er zwischen Fondsmanager-Gesprächen in Hamburg und Fintech-Interviews in Berlin, macht daraus mal LinkedIn-Posts, mal Podcasts. Sein Credo: Gute Geschichten lauern überall – man muss nur die richtigen Fragen stellen. Mehr über Christoph Fröhlich
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen
Senden Sie hier vertraulich Hinweise oder Fragen an die Redaktion
Link kopieren Link wurde in die Zwischenablage kopiert! Per E-Mail versenden Via WhatsApp teilen Bei LinkedIn teilen Bei X teilen Bei Facebook teilen Bei Xing teilen
Zur Startseite
  1. Themen:
  2. Börse
  3. Analysen
  4. News
  5. Infrastruktur
  6. Berlin
Meistgelesen
1
BVI-Zahlen
Riester-Fondsvermögen verdoppelt sich – die Vertragszahl nicht
2
Top Ten
Das sind die besten aktiven Fonds des ersten Halbjahres
3
Nach Trade Republic
0,06 Prozent: das Protokoll des Lang-und-Schwarz-Zusammenbruchs
4
BVI-Jahrbuch 2026
So setzen sich die ETF-Portfolios deutscher Anleger zusammen
Top-News
Foto: Das sind die 10 beliebtesten neu aufgelegten Boutiquenfonds
Newcomer
Das sind die 10 beliebtesten neu aufgelegten Boutiquenfonds
Fondsboutiquen bringen auch im unsicheren wirtschaftlichen Umfeld neue Strategien auf den Markt. Wir stellen die erfolgreichsten Newcomer des ersten Halbjahres vor.
Foto: SpaceX zwischen Kursrutsch und Zwangskäufern
Mega-IPO
SpaceX zwischen Kursrutsch und Zwangskäufern
Kursziele von 900 Dollar, ein Kurs von 131 Dollar: Bei SpaceX klafft eine ungewöhnliche Lücke zwischen Erwartung und Realität. Ein Blick auf die Mechanik dahinter.
Foto: Warum ein marktbreiter ETF weniger streut, als viele glauben
Philip Wobst
Warum ein marktbreiter ETF weniger streut, als viele glauben
Hunderte Faktoren, und nur eine Handvoll zählt. Philip Wobst erklärt, welche Aktien in den Krisenjahren lieferten und warum die sicheren Werte zurückblieben.
Interview Foto: Diese Rohstoffe überraschen beim ESG-Rating
Experte im Interview
Diese Rohstoffe überraschen beim ESG-Rating
Das Beratungshaus Rfu bewertet Rohstoffe nach ESG-Kriterien. Research-Leiter Christian Loy erklärt, wie das Rating funktioniert und welche Ergebnisse ihn überrascht haben.
Foto: 15-Milliarden-Fonds: Deka-Flaggschiff verliert die Bestnote
Scope Fondsrating-Update Juli 2026
15-Milliarden-Fonds: Deka-Flaggschiff verliert die Bestnote
Scope vergibt neue Noten für rund 7.300 Fonds: Der Deka-Riese Global Champions verliert die Bestnote. Ein Neuling der Schwellenländer-Anleihen startet dagegen mit Top-Rating.
Foto: Diese 10 Boutiquenfonds sammelten die meisten Gelder ein
Im ersten Halbjahr 2026
Diese 10 Boutiquenfonds sammelten die meisten Gelder ein
Die aktuelle Auswertung von Pro Boutiquenfonds zeigt, welche Fonds seit Jahresbeginn am meisten von Zuflüssen profitiert haben. Hier sind die zehn Gewinner.
Nach oben
DI+
Premium-Inhalt
Erstellen Sie ein kostenloses Konto oder melden Sie sich an.
Vollständigen Artikel freischalten
Erhalten Sie kostenlosen Zugang zu unseren Premium-Inhalten, exklusiven Marktanalysen, Newslettern, Podcasts und täglichen Branchennachrichten.
Erfahren Sie mehr über 0,06 Prozent: das Protokoll des Lang-und-Schwarz-Zusammenbruchs
Alle Premium-Inhalte + E-Magazin
Exklusive Event-Einladungen als Erster erhalten
Fonds-Analysen und Vergleichstools
Bitte die E-Mail-Adresse ausfüllen oder über Google oder LinkedIn autorisieren
Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein.
oder
Autorisieren Sie sich über LinkedIn in dem gerade geöffneten Tab/Popup.
Ihr LinkedIn-Konto ist uns nicht bekannt.
Um die Autorisierung über LinkedIn zu aktivieren, müssen Sie sich registrieren.
Autorisieren Sie sich über Google in dem gerade geöffneten Tab/Popup.
Ihr Google-Konto ist uns nicht bekannt.
Komplett kostenlos • Jederzeit kündbar
Sie sind bereits registriert? Hier einloggen
Business Class
Foto: Knochenjob: Wie ein T. rex bei Sotheby's zum teuersten Fossil aller Zeiten wurde
50,1 Millionen Dollar
Knochenjob: Wie ein T. rex bei Sotheby's zum teuersten Fossil aller Zeiten wurde
Irgendwann in der Kreidezeit hat ein Tier einem anderen Tier in die Knochen gebissen. 67 Millionen Jahre später war das einem anonymen Käufer 50,1 Millionen Dollar wert.
Von Christoph Fröhlich
Foto: Ohne Wetten, ohne Market Timing, ohne Tamtam
Auf ein Glas mit ... Rebecca Polz
„Ohne Wetten, ohne Market Timing, ohne Tamtam“
Aus München nach Hamburg, aus der Beratung ans Steuer: Rebecca Polz spricht über unterschätzte Disziplin, Frauen und Geldanlage. Dazu gibt es einen Brunello, der Geduld verlangt.
Von Christoph Fröhlich
Foto: Frankfurt räumt ab: Fünf neue Sterne an einem einzigen Abend
Guide Michelin
Frankfurt räumt ab: Fünf neue Sterne an einem einzigen Abend
Fünf neue Sterne an einem Abend: Gastgeber Frankfurt räumt beim Guide Michelin 2026 ab. Die größte Überraschung aber wartet weit weg von der Großstadt.
Von Christoph Fröhlich
Bitte wählen Sie mindestens einen Newsletter aus, den Sie abonnieren möchten Bitte bestätigen Sie die Einwilligung, um fortzufahren Bitte E-Mail ausfüllen Bitte wählen Sie Ihre Anrede aus, um fortzufahren Bitte geben Sie Ihren Vornamen ein, um fortzufahren Bitte geben Sie Ihren Nachnamen ein, um fortzufahren Bitte wählen Sie eine Branche aus, um fortzufahren Bitte geben Sie Ihren Passwort ein (mind. 8 Zeichen), um fortzufahren
Jetzt kostenlos abonnieren
Ja, ich möchte den/die oben ausgewählten Newsletter mit Informationen über die Kapitalmärkte und die Finanzbranche, insbesondere die Fonds-, Versicherungs-und Immobilienindustrie abonnieren. Hinweise zu der von der Einwilligung mitumfassten Erfolgsmessung, dem Einsatz der Versanddienstleister June Online Marketing und Mailingwork, der Protokollierung der Anmeldung, der neben der E-Mail-Adresse weiter erhobenen Daten, der Weitergabe der Daten innerhalb der Verlagsgruppe und zu Ihren Widerrufsrechten finden Sie in der Datenschutzerklärung. Diese Einwilligung können Sie jederzeit für die Zukunft widerrufen.
Fast geschafft
Bitte überprüfen Sie Ihr E-Mail Postfach - wir haben eine Bestätigungs-E-Mail verschickt. Das Abonnement wird nach der Bestätigung aktiv.
Bitte auch im Spam-Ordner schauen!
0 / 0
×
Schnellzugriff
Podcasts Fonds- & ETF-Suche Whitepaper Ihr Konto
News
News-Übersicht
Personalien Unternehmen Finanzmärkte Politik & Gesellschaft Recht & Regulatorik
Analysen
Denker der Wirtschaft Whitepaper Interviews Studien & Umfragen Kommentare
Service
Termine & Events Neue Stellenangebote E-Paper Podcasts Videos
Newsletter
Jetzt anmelden
Alle Newsletter anschauen
Datenbank
ETF-Suche
ETF-Vergleich Die besten ETFs Die größten ETFs Neue ETFs Nachhaltige ETFs ETF-Anbieter
Fonds-Suche
Fonds-Vergleich Die besten Fonds Die größten Fonds Neue Fonds Nachhaltige Fonds Fonds-Anbieter
Service
Watchlist Musterdepot Fondsplan-Rechner 100 Fondsklassiker Große Fondsstatistik
ETF-Newsletter
Jetzt anmelden
Alle Newsletter anschauen
Versicherungen
News/Branche
Personalien Unternehmen Versicherungsmarkt Versicherungspolitik Pools & Vertriebe Vermittler & Verbände
Sparten
Biometrie Lebensversicherung Krankenversicherung Pflegeversicherung Gewerbeversicherung Sachversicherung
Service
Versicherer-Rankings Makler-Porträts Produktchecks Interviews Versicherungsrecht Regulierung Mediathek
Versicherungs-Newsletter
Jetzt anmelden
Alle Newsletter anschauen
Kapitalanlage
ETFs
Klassische ETFs Aktive ETFs Welt-ETFs Themen-ETFs Dividenden-ETFs ETCs
Fonds
Aktienfonds Mischfonds Rentenfonds Geldmarktfonds Deutschlandfonds Immobilienfonds
Finanzprodukte
Aktien Alternatives Anleihen Gold & Edelmetalle Immobilien Krypto Rohstoffe Währungen
Dienstleister
Asset Manager Depotbanken Finanzberater Fintechs KVGs Maklerpools
Fonds-Analyse-App
Fondsanalysen, Vergleiche und Echtzeit­daten auf Ihrem Smartphone.
App entdecken
Karriere
Übersicht
Die besten Arbeitgeber Gehaltsreport Karrieretipps Karrierewege
Stellenangebote
Karriere-Newsletter
Jetzt anmelden
Alle Newsletter anschauen
Service
Tools
Sparplanrechner Musterdepot Profi-Depots Watchlist
Termine
Kongresse Online-Schulung Webinare Private Banking Kongress
Formate
Newsletter E-Paper Podcasts Videos
Karriere-Newsletter
Jetzt anmelden
Alle Newsletter anschauen
Experten Anzeigen
Pictet Logo
Themenfonds
Alternative Anlagen
Schwellenmärkte
MFS Logo
Langfristiger Fokus
Wertorientiert
Research-Stärke
Carmignac Logo
Aktives Management
Familienunternehmen
Tradition
Franklin Templeton Logo
Schwellenländer
ETFs
Globale Investments
BlackRock Logo iSHares Logo
ETFs
Marktführer
Globale Expertise
Columbia Logo
Globale Perspektive
Research-basiert
Nachhaltigkeit
Über unsere Experten
Ob Analysten, Portfoliomanager oder CEOs: Unsere Experten sind Marktprofis aus dem Asset Management, die ihre Einblicke mit Ihnen teilen. Sie liefern klare Markteinschätzungen, fundierte Analysen und berichten darüber, wie sie ihre Strategien taktisch anpassen.
Unternehmen
Mediadaten Karriere Über uns
Themen
Rüstungs-ETFs Heiliger Amumbo Fonds-Vergleich Gold Nachhaltige Geldanlage Versicherungen Denker der Wirtschaft
Services
Magazin Online Newsletter Podcasts Events RSS App Private Banking Kongress
Rechtliches
Impressum Datenschutz AGB Cookie-Einstellungen
DAS INVESTMENT Logo
dasinvestment.com © 1996-2026 Das Investment
Cookie-Einstellungen
DAS INVESTMENT
Neue Artikel verfügbar!
Vertiefen Sie Ihr Fachwissen mit
unseren
neuesten Insights.
Jetzt lesen →
DI+
Kostenlosen Zugang freischalten
Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie sofortigen Zugang zu allen Premium-Inhalten
Ihre ausgewählten Newsletter:
Ja, ich möchte den/die oben ausgewählten Newsletter mit Informationen über die Kapitalmärkte und die Finanzbranche, insbesondere die Fonds-, Versicherungs-und Immobilienindustrie abonnieren. Hinweise zu der von der Einwilligung mitumfassten Erfolgsmessung, dem Einsatz der Versanddienstleister June Online Marketing und Mailingwork, der Protokollierung der Anmeldung, der neben der E-Mail-Adresse weiter erhobenen Daten, der Weitergabe der Daten innerhalb der Verlagsgruppe und zu Ihren Widerrufsrechten finden Sie in der Datenschutzerklärung. Diese Einwilligung können Sie jederzeit für die Zukunft widerrufen.
Bitte wählen Sie mindestens einen Newsletter aus, den Sie abonnieren möchten Bitte bestätigen Sie die Einwilligung, um fortzufahren Bitte E-Mail ausfüllen Bitte wählen Sie Ihre Anrede aus, um fortzufahren Bitte geben Sie Ihren Vornamen ein, um fortzufahren Bitte geben Sie Ihren Nachnamen ein, um fortzufahren Bitte wählen Sie eine Branche aus, um fortzufahren Bitte geben Sie Ihren Passwort ein (mind. 8 Zeichen), um fortzufahren
Unerwarteter Fehler - laden Sie die Seite neu und versuchen Sie es erneut oder starten Sie erneut
✓ Alle Premium-Inhalte ✓ Event-Einladungen ✓ Analyse-Tools
DI+
Registrierung fast abgeschlossen! Abonnement fast abgeschlossen!
Wir haben Ihnen eine Bestätigungs-E-Mail gesendet.
1
E-Mail-Postfach prüfen

Schauen Sie in Ihr E-Mail-Postfach nach unserer Bestätigungsmail.

2
Spam-Ordner kontrollieren

Falls Sie keine E-Mail erhalten haben, prüfen Sie bitte auch Ihren Spam- oder Junk-Ordner.

3
Link bestätigen

Klicken Sie auf den Bestätigungslink in der E-Mail, um Ihre Registrierung abzuschließen.

Klicken Sie auf den Bestätigungslink in der E-Mail, um Ihre Anmeldung abzuschließen.

Hinweis: Die Bestätigungsmail sollte innerhalb weniger Minuten bei Ihnen ankommen. Sollten Sie nach 10 Minuten noch keine E-Mail erhalten haben, kontaktieren Sie bitte unseren Support.
Probleme? Kontaktieren Sie unseren Support
DAS INVESTMENT
Jetzt downloaden
Zum Download scannen
oder
Laden Im App Store
Jetzt Bei Google Play
DAS INVESTMENT
Kurz anmelden, direkt weiterlesen!
Registrierte Leser erhalten kostenlosen Zugriff auf alle Inhalte – inklusive Premium-News.
Jetzt kostenlos registrieren
Sie haben bereits ein Konto?
Hier einloggen
×
Artikel gemerkt Artikel entfernt Artikel erfolgreich entfernt Artikel wiederhergestellt
Der Artikel wurde zu Ihrer Merkliste hinzugefügt. Der Artikel wurde von Ihrer Merkliste entfernt.
Zur Merkliste
Rückgängig
Kaffee und Smartphone
DI Plus
Später lesen, nichts verpassen.
Mit einem kostenlosen Konto können Sie sich unsere Artikel in Ihrer persönlichen Merkliste speichern und jederzeit darauf zugreifen.
oder
Autorisieren Sie sich über LinkedIn in dem gerade geöffneten Tab/Popup.
Ihr LinkedIn-Konto ist uns nicht bekannt.
Um die Autorisierung über LinkedIn zu aktivieren, müssen Sie sich registrieren.
Autorisieren Sie sich über Google in dem gerade geöffneten Tab/Popup.
Ihr Google-Konto ist uns nicht bekannt.
Bereits registriert? Hier einloggen