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Eduardo Mollo Cunha, Eyb & Wallwitz, will erneut die Gebühren für Fondsanleger senken. | © Eyb & Wallwitz

Trends im Fondsvertrieb

„Private Anleger werden in standardisierten Lösungen gepoolt“

DAS INVESTMENT: Eyb & Wallwitz hat die 1,3-Milliarden-Euro-Marke beim verwalteten Vermögen erreicht. Damit ist die Vermögensverwaltung nicht mehr klein, zählt aber auch nicht zu den Big Playern. Ist das eine gute Größe, um am Markt zu überleben?

Eduardo Mollo Cunha: Wir fühlen uns ein bisschen wie die Fünftklässler. Die Grundschule haben wir verlassen und kommen jetzt immer mehr in Berührung mit den großen Jungs. Größe spielt eine wichtige Rolle für die Zukunftsfähigkeit eines Asset Managers. Wir sehen uns auf einem guten Weg. Unsere Assets under Management haben sich in den vergangenen zehn Jahren beinahe verzehnfacht. Zuletzt hat sich die Wachstumsdynamik erhöht. In den ersten neun Monaten 2018 hatten wir rund 150 Millionen Euro netto Zuflüsse, in den darauffolgenden acht Monaten haben wir fast das Doppelte netto eingesammelt. Gut 75 Prozent der Assets liegen in skalierbaren Produkten, also in Publikums- oder Spezialfonds, was für uns sehr effizient ist.

Welche Größe streben Sie an?

Cunha: Wir wollen in den kommenden Jahren zu den zehn größten unabhängigen Asset Managern in Deutschland aufsteigen. Stand heute müssten wir dafür etwa 2,5 Milliarden Euro verwalten.

Was sind zurzeit die größten Herausforderungen im Fondsvertrieb?

Cunha: Ganz klar die Digitalisierung und die regulatorischen Anforderungen. Diese beiden Themen überschatten alles. Daneben sehen wir eine Tendenz zur Individualisierung bei Fondsgestaltung und -pricing.

Verändert die Digitalisierung den Fondsvertrieb schrittweise oder erwarten Sie eine disruptive Entwicklung?

Cunha: Beim Vertrieb an den Endkunden werden wir eine disruptive Entwicklung sehen. In fünf bis zehn Jahren wird dieser wahrscheinlich vor allem digital ablaufen. Der Vertrieb an Institutionelle und der Wholesale-Bereich hingegen werden von der Digitalisierung immer mehr beeinflusst. Eine Disruption ist hier jedoch nicht zu erwarten. Der B2B-Vertrieb wird nicht ohne Personal, sowohl in der Akquisition als auch in der Betreuung und im strategischen Bereich, auskommen. Man braucht viele Hintergrund- und Detailinformationen sowie Gespräche mit Investmentspezialisten.

Wie geht Eyb & Wallwitz das Thema Digitalisierung an?

Cunha: Wir nutzen seit Jahren digitale Tools für die Vermarktung und den Vertrieb unserer Produkte. Der Trend zur Digitalisierung wird weiter zunehmen, eigene Tools und digitale Partnerschaften gewinnen dabei an Bedeutung. Wir erneuern gerade unseren digitalen Auftritt und bieten demnächst Privatanlegern, die explizit keine Beratung wünschen, über „Eyb & Wallwitz digital“ unsere Verwaltungsstrategien auch online zum Kauf an.

Was steckt hinter Eyb & Wallwitz digital?

Cunha: Wir haben jede Woche zahlreiche Anrufe von Privatkunden, die 50.000 oder 100.000 Euro und mehr anlegen wollen. Wir schaffen es aber nicht, diese Kunden individuell zu betreuen, und eine Empfehlung für einen Vertriebspartner wollen sie in der Regel nicht. Über ihre Bank können sie die Produkte eventuell auch gar nicht kaufen, und so verlieren wir diese Kunden. Daher arbeiten wir zusammen mit einem Fintech an der Möglichkeit, dass diese Anleger online ein Depot eröffnen und zu sehr günstigen Konditionen in unsere Strategien investieren können.

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