Triebgesteuert

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Vielleicht steht die Hormon-Analyse vor einem ähnlichen Durchbruch wie „Behavioral Finance“. Forscher an der Universität Cambridge haben herausgefunden, dass Aktienhändler mit einem hohen morgendlichen Testosteron-Spiegel erfolgreicher sind als jene Probanden, die einen niedrigen Wert aufweisen. Sie vermuten, dass das Sexualhormon das Selbstvertrauen und die Risikobereitschaft der Probanden erhöht. Sind triebgesteuerte Anlageentscheidungen besser als gut abgewogene? Da mit dem Börsenerfolg den Wissenschaftlern zufolge auch mehr Testosteron ausgeschüttet wurde, scheinen Gewinne zumindest eine sexuelle Komponente zu haben. In Krisensituationen dagegen konnten die Forscher einen erhöhten Anteil des Stresshormons Cortisol feststellen. Der Gegenbeweis funktionierte allerdings nicht. Ein hoher Cortisol-Gehalt am Morgen schmälert nicht den Börsenerfolg. Ein Mangel an Cortisol macht antriebsschwach, was in jeder Marktsituation unangebracht ist. Bleibt zu hoffen, dass diese ersten Erkenntnisse nicht missbraucht werden. Es gibt schon genug Doping-Vorwürfe in dieser Welt, da muss es nicht auch noch Börsenrallys ereilen.