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Triodos-IM-Chef Jacco Minnaar Das Wirtschaftssystem muss eine neue Richtung einschlagen

Skulptur „Furchtloses Mädchen“ in der New Yorker Wall Street: Institutionelle Anleger hinterfragen zunehmend die Rolle der Finanzindustrie im globalen Wirtschaftsgefüge, sagt Triodos-IM-Chef Jacco Minnaar.
Skulptur „Furchtloses Mädchen“ in der New Yorker Wall Street: Institutionelle Anleger hinterfragen zunehmend die Rolle der Finanzindustrie im globalen Wirtschaftsgefüge, sagt Triodos-IM-Chef Jacco Minnaar. | Foto: imago images / UPI Photo
Jacco Minnaar
Foto: Onnoroozen

Da die Einschränkungen im Zuge der Covid-19-Krise in einigen Teilen der Welt gelockert wurden, bereiten sich Unternehmen zunehmend auf die Rückkehr der Arbeitnehmer vor. Sie treffen Sicherheitsvorkehrungen und reinigen jeden Winkel, um potentiellen Gefahren vorzubeugen. Es wäre jedoch an der Zeit, das Gleiche mit unserem Wirtschaftssystem zu machen. Wir müssen die Investmentbranche desinfizieren. In erster Linie bedeutet das, den Fokus auf die rein finanzielle Leistung und den Profit für die Anteilseigner zu überdenken. Warum? Weil die Wirtschaft sich nicht um Geld allein dreht.

Wenn wirtschaftliche Entwicklung darauf abzielt, das Wohlbefinden der Menschen zu verbessern, dann spiegelt die Wirtschaft im Endeffekt wider, wie gut die Gesellschaft funktioniert und wie es den einzelnen Menschen geht. Wenn wir in einer gesunden und resistenten Gesellschaft leben möchten, müssen wir sicherstellen, dass privates Kapital die Kriterien verstärkt, an die sich unser sozialer Wohlstand messen lässt; dass es die Chancengleichheit und Teilhabe an der Gesellschaft verbessert und Ökosysteme schützt. Und all das ohne Einbußen bei der Profitabilität.

Marktbereitschaft

Ich bin überzeugt, dass die Branche zu diesem Schritt bereit ist. Dabei ist Impact Investing und die Integration von ESG-Kriterien kein radikaler Ansatz und vielmehr eine höchst plausible und durchsetzbare Strategie. Das Momentum innerhalb der Branche wächst gerade.

So zeigt das Global Impact Investing Network (GIIN), ein Zusammenschluss der wichtigsten Asset Manager des Impact Investing, in seiner aktuellen „Annual Impact Investor Survey“, dass Impact Investing in den vergangenen zehn Jahren sowohl an Tiefe als auch an Komplexität gewonnen hat. Von 294 Asset Managern, die sich an der Studie beteiligt haben, beschäftigen sich 61 Prozent ausschließlich mit Impact Investment und 69 Prozent von ihnen gaben an, ein stetiges Wachstum der Branche zu beobachten. Obwohl die Integration von ESG in Investitionsentscheidungen noch immer relativ oberflächlich geschieht – zum Teil mit Negativauswahl, um die Risiken zu reduzieren – steuert die Branche in Richtung einer tiefergehenden Integration einer positiven Auswahl.

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