Trotz gescheiterter Griechenland-Gespräche

Chance zum Einstieg in Dax- und Eurostoxx-Aktien

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Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte am Freitagabend überraschend ein Referendum über die Sparmaßnahmen für den 5. Juli angekündigt. Hoffnungen auf eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern am Wochenende waren damit zerbrochen. Die griechischen Banken sollen nun bis mindestens 6. Juli geschlossen bleiben und auch an der Athener Börse findet kein Handel statt.

Marktstratege Andreas Lipkow von der Kliegel & Hafner in Berlin geht davon aus, dass am Aktienmarkt die stärksten Verwerfungen bereits überstanden sind. Die Erholung am Devisenmarkt, wo sich der Euro nach einem Tagestief von 1,09 Dollar mittlerweile wieder auf 1,11 Dollar erholt hat, zeuge von der vergleichsweise gelassenen Reaktion der Finanzmärkte.

Nach Ansicht von Analyst Berndt Fernow von der LBBW in Stuttgart bietet der Rückschlag sogar die Chance zum Einstieg. „Wenn sich die Aufregung gelegt hat und sich die Anleger auf die Fundamentaldaten der Unternehmen besinnen, werden auch die Kurse wieder zulegen“, schrieb Fernow in einem Kommentar der Bank vom Morgen.

Der Stoxx Europe 600 büßte 2,5 Prozent auf 386,97 Punkte ein, während der Euro Stoxx 50 um 3,8 Prozent auf 3482 Zähler nachgab. Unter Druck standen Auto- und Bankenwerte, deren Branchenindizes im Stoxx 600 mit 3,5 und 3,4 Prozent Abschlag am stärksten verloren.

Der Dax fiel um 3,4 Prozent auf 11.103 Zähler. Auch bei den deutschen Standardwerten standen mit Deutsche Bank und Commerzbank zwei Bankaktien an der Spitze der Verlierer und büßten 5,5 Prozent beziehungsweise 4,6 Prozent ein. Besser hielten sich Titel der Adidas mit 1,2 Prozent Abschlag. Die Analysten von Warburg Research sprachen in einer Studie von einer äußerst niedrigen Bewertung und empfahlen den Kauf. Auch die Titel der K+S waren mit 1,7 Prozent Minus vergleichsweise stabil. Potash Corp. könnte einen höheren Preis bieten oder weitere Interessenten auf den Plan treten, hatte es in einem Kommentar der LBBW geheißen.

Der Schweizer SMI gab um 1,5 Prozent auf 8877 Zähler und damit vergleichsweise wenig nach. Defensive Schwergewichte wie Nestlé oder Novartis stützen den Markt und verloren lediglich rund ein Prozent. Der Pharmakonzern hatte am Morgen die Übernahme von Spinifex Pharmaceuticals für 200 Mio. Dollar mitgeteilt.

Unter den Nebenwerten waren Aktien der Straumann Holding mit 0,7 Prozent Aufschlag gesucht. Der Zahnimplantate-Spezialist hatte eine Patentklage gegen die nt-trading GmbH & Co. in den USA erfolgreich abgeschlossen.

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