Trotz Robo-Advisor Warum es auch in Zukunft traditionelle Vermögensverwalter geben wird

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„Robo-Advising wird sich als neue Dienstleistung durchsetzen“


Robert Freitag, geschäftsführender Gesellschafter der Sutor Bank:

„Dort, wo wirklich beraten wird, wird meines Erachtens auch gut beraten. Im Finanzbereich werden aber oft Verkauf und Beratung verwechselt oder durcheinandergemischt. Die meisten Bankberater dürfen gar nicht beraten, sondern müssen die Produkte ihrer Häuser verkaufen. Nur wer wirklich produktunabhängig beraten darf, kann dies wirklich gut machen – und das ist in vielen Banken nicht der Fall.

Robo-Advisor sind keine bessere Alternative. Sie sind EINE Alternative für viele Selbstanleger, die sich nicht von menschlichen Experten beraten lassen wollen oder können – ähnlich wie Steuerberatungsprogramme eine Alternative zu Steuerberatern sind. Wenn Robo-Advisor gezielt auf bestimmte Produkte hin beraten, sind sie übrigens genauso schlecht wie eine produktabhängige Beratung von Bankberatern. Robo-Advising wird sich als neue Dienstleistung auf jeden Fall durchsetzen, da sind wir sicher. Es ist für viele Kunden eine gute Alternative, die zu ihrem digitalen Lebensstil passt.

Künstliche Intelligenz macht exponentielle Fortschritte

Traditionelle Vermögensverwalter wird es in Zukunft genauso geben wie es heute noch Steuerberater gibt. Nicht klar ist aber, welche Aufgabe Vermögensverwalter noch haben werden. Die heranwachsende Generation braucht und möchte in vielen Fällen keine persönlichen Ansprechpartner mehr. Die Technik, namentlich die künstliche Intelligenz, macht zurzeit exponentielle Fortschritte, so dass noch nicht abzusehen ist, welche Teile des Beratungs-  und des Anlageprozesses sie übernehmen können wird.

Meine Prognose ist, dass Anlagestrategien, Asset-Management und Risikomanagement in Richtung Investment sowie Risiko-Profiling und die Bestimmung von Anlagetypen in Richtung Anleger weitgehend von Computern à la Watson übernommen werden. Menschlichen Beratern und Experten bleibt es vorbehalten, komplexe Vermögensverhältnisse zu analysieren und Strategien auszuarbeiten, die sich nicht mit algorithmisierbaren Standardinvestments umsetzen lassen, sowie die Beziehungen zu den Kunden zu managen.“


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