Trotz Schuldenkrise

Warum dieser Griechenland-Fonds als einziger im Plus liegt

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Die wochenlangen Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern in diesem Jahr haben die Finanzmärkte in schwere Turbulenzen gebracht, und das führte in der Regel zu erheblichen Verlusten für die Anleger: Im Schnitt verloren 35 auf Griechenland fokussierte Fonds in diesem Jahr 15 Prozent, wobei die schwersten Verluste bis zu 28 Prozent erreichten, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht.

Nicht so beim Fonds MetLife Alico M&S Domestic Equity, der unter dem Managemet von Antoniadis gleich 4,8 Prozent zulegte. Und zwar gegen den Trend im griechischen ASE Index, der seit Anfang Januar 18 Prozent abgesackt ist - während sich die Gläubigerverhandlungen hinzogen, Kapitalkontrollen eingeführt wurden mussten und die Befürchtungen wuchsen, das Griechenland aus der aus der Eurozone ausscheiden müsse.

Im Nachhinein erscheint seine Strategie sehr einfach, oder, um es in seinen Worten zu sagen: “Sehr offensichtlich”. Er machte einen Bogen um Banken und Konsumwerte, von denen er annahm, dass sie in der Krise am stärksten fallen würden. Stattdessen setzte er auf unterbewertete Aktien, basierend auf ihrem Gewinn und den Erfolgen des Managements. Die größten Positionen seines Fonds sind Hellenic Petroleum SA, Hellenic Exchanges SA und Mytilineos Holdings SA - und alle drei Titel haben seit Jahresbeginn im Mittel neun Prozent zugelegt. “Es gibt eine Menge gesunder Unternehmen"

“Es gibt eine Menge gesunder Unternehmen für Investments”, sagt Antoniadis, der seit 2008 Chief Investment Officer (CIO) der Griechenland-Sparte von MetLife Inc. ist. “Damit meine ich profitable Unternehmen mit Wachstumsaussichten und einem ordentlichen Cashflow, minimaler oder sogar nicht vorhandener Verschuldung, die mit einem Abschlag auf ihren Nettowert und einstelligem Kurs-Gewinn-Verhältnis gehandelt werden.”

Der 45-jährige Fondsmanager, der fast die Hälfte seines Lebens Geld in Griechenland verwaltet hat, hilft bei MetLife MFC beim Management von 19,3 Mio. Euro. Er ist nach wie vor bei Rohstoffproduzenten und Technologiewerten in Relation zum Hellenic Mid & Small Cap Index übergewichtet.

Als die Probleme des Landes zunahmen, die Börse geschlossen werden musste und es in Athen zu Ausschreitungen kam, behielt Antoniadis kühlen Kopf und ließ seine Positionen unverändert. “Das Sammeln von Erfahrungen ist ein permanenter Prozess”, sagt Antoniadis im Gespräch in Athen. Die gegenwärtige Lage “unterscheide sich von der zu Beginn seiner Karriere im Jahr 1994: ‘‘Damals hatten die Märkte noch nicht diese Tiefe, es gab weniger Teilnehmer und weniger Technik’’.

Antoniadis begann seine Karriere bei NBG Asset Management MFMC, der griechischen Fondsgesellschaft, die die Vermögenswerte der National Bank of Greece SA verwaltet. Er war auch als CIO bei Marfin MFC tätig, jetzt bekannt unter dem Namen CPB Asset Management.

Zwar haben sich die Entscheidungen Antoniadis’ in diesem Jahr ausgezahlt, im Jahr 2014 hatte der Fonds allerdings 32 Prozent verloren und damit mehr als der ASE-Rückgang von 29 Prozent. Der Fondsmanager äußerte sich optimistisch, was die Aussichten für Griechenland angeht. Im zweiten Quartal hat die Wirtschaft des Landes zugelegt und damit die Erwartungen der Volkswirte überrascht, die mit einer Kontraktion gerechnet hatten.

"Langfristig optimistisch’’

Auch andere Fondsmanager können mittlerweile einen Hoffnungsschimmer erkennen. Griechische Aktienfonds verzeichneten in der Woche zum 12. August den höchsten Zufluss in Europa im Verhältnis zum verwalteten Vermögen, wie aus den jüngsten Daten von EPFR Global hervorgeht.

Entsprechend verhalten optimistisch ist der erfolgreiche Fondsmanager für das höchstverschuldete Land der Eurozone: ‘‘Griechenland stehen aufgrund der Sparmaßnahmen kurzfristig zwar harte Zeiten bevor’’, weiß auch Antoniadis, ‘‘aber sollten die Reformen diesmal richtig umgesetzt werden, dann bleibe ich langfristig optimistisch.’’

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