Steven Bell

Die Nachrichtenlage zur Präsidentschaftswahl in den USA fiel eindeutig zu Gunsten von Donald Trump aus. Nun ist jedoch Joe Biden als Kandidat der Demokraten zurückgetreten und Kamala Harris dürfte seine Nachfolge antreten. Das wirkt sich in Umfragen positiv aus. Die Finanzmarktteilnehmer halten einen Wahlsieg Trumps dennoch für wahrscheinlich. Auch die Chancen, dass die Republikaner die Mehrheit im Repräsentantenhaus behalten und zusätzlich die Kontrolle über den Senat gewinnen, sind hoch.

Trump 2.0: Steigende Preise stützen Anleiherenditen, Steuersenkungen den Aktienmarkt

Der allgemeine Konsens lautet, dass eine Präsidentschaft Trumps Steuersenkungen für Unternehmen, Deregulierung und die Abkehr von Klimaschutzmaßnahmen sowie höhere Importzölle mit sich bringen wird. Diese Zölle würden zwar die Steuersenkungen ausgleichen, aber auch dazu führen, dass die Preise steigen. Die Anleiherenditen dürften davon profitieren. Gleichzeitig dürften Steuersenkungen dem Aktienmarkt zugutekommen, während höhere Zölle auf Importe sich vor allem auf kleinere US-Unternehmen positiv auswirken dürften.

Wie sich die Situation auf den Dollar auswirken wird, ist noch unklar. Eine risikofreudige Aktienrally würde den Dollar tendenziell schwächen, doch höhere Zölle und Sorgen um die Performance der Schwellenländer könnten auch den gegenteiligen Effekt bewirken. Dabei dürfen wir die fundamentalen Aspekte nicht aus den Augen verlieren: Die Wirtschaften der anderen Industrieländer erholen sich und die Zinssätze gehen zurück. Gleichzeitig hat sich das Wachstum in den USA verlangsamt und die Inflationsdaten haben sich verbessert – eine positive Entwicklung.

 

Trumps Außenpolitik würde Schwellenländern schaden

Trump 2.0 würde auch für eine aggressivere Außenpolitik stehen, insbesondere gegenüber China. Für Schwellenländer ist das eine Hiobsbotschaft. Sowohl Trump als auch sein Vizepräsident J.D. Vance lehnen zusätzliche Unterstützung für die Ukraine und die Nato ab. Europa müsste dementsprechend einen größeren Teil seiner Verteidigungskosten selbst stemmen.

Bis zu den Präsidentschaftswahlen ist noch Zeit und es kann sich noch viel ändern. Sowohl der fundamentale Hintergrund als auch die Aussicht auf einen Wahlsieg Trumps scheinen eine breit aufgestellte Aktienrally zu begünstigen, auch abseits der „Magnificent 7“.

Die bisherigen Wahlen des Jahres 2024 haben die Märkte bereits in Aufruhr versetzt, unter anderem in Indien, Südafrika und Mexiko. Wie sich die weltweit wichtigste Wahl auf die Märkte auswirkt, werden Investoren erst im November herausfinden.