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Türkei rutscht in eine Finanzkrise „Kapitalkontrollen sind keine angemessene Lösung“

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Verhältnis zum Westen muss normalisiert werden

Die heiklen diplomatischen Beziehungen der Türkei zum Westen, insbesondere zu den USA, bereiten Investoren große Sorgen. Auch für deren Verbesserung müssen schleunigst Lösungen gefunden werden. Dazu zählen finanzpolitische Sparmaßnahmen, insbesondere im Hinblick auf die hohe Schuldenlast des Privatsektors. Weitere nützliche Maßnahmen könnten Steuerreformen sein, um den Staatshaushalt auf eine breitere Basis zu stellen. Zugleich sollte dringend die Sparquote des Landes erhöht und ein klares Bekenntnis zur Unabhängigkeit der Zentralbank abgegeben werden.

Schon in den vergangenen Jahren waren Investoren beunruhigt wegen der verstärkten Abwanderung von Fachkräften: Die Talentflucht beschleunigt sich massiv, seitdem die Regierung zunehmenden Druck auf das Bildungssystem, die Justiz und die Medien ausübt. Die langfristige Wachstumsrate der Türkei wird damit geschädigt. Eine Umkehr der staatlichen Einflussnahme dürfte ausländische Investoren deshalb ebenso freuen wie inländische Unternehmer.

Kapitalkontrollen alleine sind wirkungslos

In den vergangenen Tagen brachte die türkische Regierung ins Spiel, Kapitalkontrollen einzuführen, um die massive Abwertung der Lira einzudämmen. Kapitalkontrollen allein sind jedoch keine geeignete Lösung: Die dringend benötigte Finanzierung durch ausländische Geldgeber müsste hohe Hürden überwinden. Um ihre Wirkung zu entfalten, sollten etwaige Kapitalkontrollen der Türkei daher mit anderen Maßnahmen kombiniert werden.

Es gibt nicht zuletzt auch Diskussionen, dass die Türkei vom Internationalen Währungsfonds und mächtigen bilateralen Partnern unterstützt werden sollte. Das wäre sicherlich hilfreich, doch könnte die Türkei gut auf derartige Hilfe verzichten. Das Land sollte sich einfach auf seine Stärken besinnen: Die starke Verflechtung mit der globalen Wirtschaft, eine günstige Demografie, eine gut ausgebildete Bevölkerung und ein vergleichsweise ausreichend kapitalisiertes Bankensystem.

Unser Fazit: Die Lösungsmöglichkeiten für die Krise liegen auf der Hand. Die schwierig erscheinenden Aufgaben sind mit vergleichsweise einfachen Mitteln zu bewerkstelligen. Letztlich hängt die erfolgreiche Bewältigung der Krise nur von einem entscheidenden Faktor ab: Ob die Regierung gewillt ist, die notwendigen Maßnahmen anzugehen.

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