UBS Asset Management US-Handelskonflikt kann China nicht stoppen

Geoffrey Wong, Head of Global Emerging Markets and Asia Pacific Equities bei UBS Asset Management, sieht China  eine rosige Zukunft voraus. | © UBS Asset Management

Geoffrey Wong, Head of Global Emerging Markets and Asia Pacific Equities bei UBS Asset Management, sieht China eine rosige Zukunft voraus. Foto: UBS Asset Management

China öffnet Schritt für Schritt seine Finanzmärkte und bietet so auch europäischen Investoren über Aktien und Anleihen beste Möglichkeiten, um an der Wachstums-Story des Landes zu partizipieren. Investoren sollten sich nicht von den aktuell häufig negativen Schlagzeilen zum Handelskonflikt, der hohen Verschuldung und Wachstumsschwächen verunsichern lassen. Ein zu starker Fokus auf die derzeitigen Herausforderungen birgt das Risiko, die enormen Anlagechancen in China zu verpassen.

Wachstumstreiber der Weltwirtschaft

China war 2018 der stärkste Wachstumstreiber weltweit und dürfte auch 2019 die Weltwirtschaft anfeuern wie keine andere Nation. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass China im Zeitraum 2018/19 zum globalen Wachstum 27,2 Prozent beitragen wird - deutlich mehr als die weiteren Zugpferde Indien (12,9 Prozent) und die USA (12,3 Prozent). Für 2019 und 2020 rechnet UBS-AM wir mit einem Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft von je 6,1 Prozent. Der Handelskonflikt mit den USA belastet kurzfristig zwar die Märkte, langfristig sollte er jedoch eher als Katalysator wirken. So beschleunigt er den Trend zur Diversifizierung der Exportmärkte, weg vom starken Fokus auf die USA hin in Richtung Asien, Afrika und Mittlerer Osten. Zudem steigt der Reformeifer, vor allem hinsichtlich der Öffnung des Landes für ausländische Investitionen.

Chinas Schuldenberg war 2017 auf 261 Prozent des Bruttoinlandsprodukts angewachsen. Im vergangenen Jahr ist es der Regierung jedoch gelungen, die Verschuldung zu stoppen, bis hinein in den Schattenbankensektor. Der größte Teil der Schulden konzentriert sich auf staatseigene Unternehmen, Hauptgläubiger ist der chinesische Staat. Im privaten Unternehmenssektor hingegen ist die Verschuldung relativ gering.

20 bis 25 Prozent der globalen Datenmenge wird in China produziert

Abgesehen von diesen kurzfristigen Störfaktoren, gibt es eine Reihe von thematischen Trends, die Chinas Wirtschaft künftig weiter antreiben und auch Anlegern zugutekommen dürften. Dazu zählt Chinas Vormachtstellung bei der Datengenerierung und -nutzung. Das Reich der Mitte produziert 20 bis 25 Prozent der weltweiten Datenmenge. Kein Land hat so viele Internetnutzer wie China, und das Wachstumspotenzial ist noch groß. Auch im Bereich der bargeldlosen Zahlungen hat China die USA in den vergangenen Jahren überholt und deutlich abgehängt. Chinesische Unternehmen zeigen, dass sie Daten nicht nur sammeln, sondern auch über Produkte und Dienstleistungen in Cash wandeln können. Beispielsweise nutzte eine führende Internetplattform Daten aus Millionen von Transaktionen täglich, um Geschmack und Kaufverhalten von Kunden für ein ausländisches Unternehmen zu ergründen. Der daraus resultierende Schokoriegel war ein sofortiger Verkaufsschlager. Chinas Datenmacht, die das Land noch weiter ausbauen wird, ist ein Grund, warum wir gute Wachstumsperspektiven für Unternehmen der New Economy in China sehen.