UBS: „Schwellenländer-Anleihen sind wichtiger Portfolio-Bestandteil“

Uta Fehm, Portfoliomanagerin bei UBS

Uta Fehm, Portfoliomanagerin bei UBS

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Der Markt für Schwellenländer-Anleihen hat sich in den vergangenen zehn Jahren grundlegend geändert. Mittlerweile geben die Schwellenländer dreimal mehr Anleihen in Landeswährung als in US-Dollar aus. Mittlerweile verfügen circa 60 Prozent der EM-Anleihen über ein Investment-Grade-Rating – vor 15 Jahren lag dieser Anteil gerade einmal bei 2 Prozent.

Uta Fehm, Schwellenländer-Expertin bei UBS Global Asset Management in Frankfurt, erläutert, warum Anleger trotz zuletzt schwächerer Performance auf diese Asset-Klasse nicht mehr verzichten können. Fehm ist seit 2004 Portfoliomanagerin bei UBS Global Asset Management und verfügt über 19 Jahre Erfahrung in der Investmentbranche.

Frage: Anleger haben massiv Kapital aus Schwellenländer-Anleihen abgezogen. Doch Sie sagen, dass Investoren auf die Anlageklasse nicht verzichten können. Warum?

Fehm: Schwellenländer-Anleihen haben gerade im vergangenen Jahr stark unter der hohen Risikoaversion der Anleger gelitten. Bemerkenswert ist, dass dieses Verhalten nicht durch schlechtere Rahmenbedingungen in den Schwellenländern, sondern durch die Sorge um einen drohenden Zahlungsausfall Griechenlands ausgelöst wurde.

Dieses Anlegerverhalten folgt einem Muster, das ähnlich schon in der Finanzkrise von 2008 bis 2009 zu beobachten war. Tatsächlich aber verfügen viele Schwellenländer damals wie heute über wesentlich stabilere Finanzen als zahlreiche Industriestaaten. Das ist der Hauptgrund, auch weiterhin in Emerging Markets zu investieren; langfristig orientierte Investoren können auf diese Anlageklasse auf Dauer nicht mehr verzichten.

Frage: Welche Marktsegmente sind in Ihren Augen besonders interessant?

Fehm: Je nach Währung setzen wir unterschiedliche Schwerpunkte: Bei auf US-Dollar lautenden Schwellenländer-Anleihen bevorzugen wir Papiere im oberen Risiko- und damit Spread-Bereich aus Ländern wie Argentinien, Weißrussland, Sri Lanka oder Venezuela. Dort herrscht auf Zwölf-Monatssicht beim Spread noch weiteres Einengungspotenzial.

Unter den Emittenten von Anleihen in Lokalwährung favorisieren wir derzeit Länder wie Brasilien und Mexiko, da deren Anleihen eine attraktive Realverzinsung aufweisen. Ein langfristiges Investment-Thema sind lokale Währungen. Denn viele Schwellenländer-Währungen verfügen in den nächsten zwei bis drei Jahren über weiteres Aufwertungspotenzial.