Die Zahl der Aktienanleger in Deutschland erreichte 2025 ein neues Rekordniveau. Laut Deutschem Aktieninstitut investieren mittlerweile 14,1 Millionen Menschen in Aktienfonds, ETFs oder Einzelaktien – ein Anstieg um zwei Millionen gegenüber dem Vorjahr.
Junge Anleger treiben das Wachstum
Vor allem die jüngere Generation treibt diese Entwicklung: 4,9 Millionen Menschen unter 40 Jahren besitzen Aktienanlagen. Das sind 1,2 Millionen mehr als 2024. Sie machen über 60 Prozent des Gesamtanstiegs aus. „Die Menschen in Deutschland haben erkannt, dass für gute Langfristerträge kein Weg an der Aktie vorbeiführt“, sagt Henriette Peucker, Geschäftsführende Vorständin des Deutschen Aktieninstituts. Jeder zweite Anleger unter 40 Jahren spart dem Institut zufolge über einen Sparplan regelmäßig in ETFs oder Aktienfonds.
Fonds und ETFs dominieren
Von den 14,1 Millionen Aktienanlegern entscheiden sich:
- 9,2 Millionen ausschließlich für Aktienfonds oder ETFs
- 2 Millionen nur für Einzelaktien
- 2,9 Millionen für eine Kombination beider Anlageformen
Somit nutzt jeder fünfte Mensch in Deutschland den Aktienmarkt.
Frauen und Ostdeutschland holen auf
Besonders stark steigen die Zahlen bei Frauen: Eine Million mehr als im Vorjahr investierten 2025 am Aktienmarkt – ein Plus von 24 Prozent. Bei Männern legten die Zahlen um 940.000 Personen zu (plus 12 Prozent).
Auch regional zeigt sich eine bemerkenswerte Entwicklung: Die ostdeutschen Bundesländer inklusive Berlin legen stärker zu als die westdeutschen, wodurch sich das West-Ost-Gefälle moderat verringert.
Institut fordert mehr politische Unterstützung
Das Deutsche Aktieninstitut fordert die Politik auf, das Aktiensparen weiter zu fördern. „Die geplante Frühstart-Rente kann in Verbindung mit einem Altersvorsorgedepot langfristig zu einem Erfolg werden“, erklärt Peucker. Sie plädiert zudem für ein steuerlich gefördertes Anlagesparkonto nach Vorbild anderer EU-Länder.
Die Europäische Kommission forderte im September 2025 alle EU-Mitgliedsstaaten auf, steuerlich geförderte Anlagesparkonten einzuführen. Der Deutsche Bundestag verabschiedete zuvor im Dezember 2025 das Standortfördergesetz.
Methodik: Die Aktionärszahlen basieren auf einer repräsentativen Umfrage von Kantar. Das Marktforschungsunternehmen befragte 2025 rund 28.000 Personen in Deutschland ab 14 Jahren nach ihrem Anlageverhalten.
