Über 75 Millionen Franken

ZKB-Chef über den Negativzins

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Die Zürcher Kantonalbank muss mehr Negativzins zahlen als jede andere Universalbank. Das erklärt der ZKB-Chef Martin Scholl im Gespräch mit der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ).

Grund seien die hohen Cashbestände der Bank, sagt Scholl. Denn die liquiden Mittel, die die Bank vorhält, liegen 10 bis 11 Milliarden Schweizer Franken über dem Freibetrag. Auf diese Summe werden also Strafzinsen von 0,75 Prozent fällig. Das ergibt einen Betrag von über 75 Millionen Franken im Jahr.

Das Kuriose dabei: Die Bank selbst trägt an den hohen Liquiditätsvorräten keine Schuld. Vielmehr erfülle die systemrelevante ZKB mit den hohen Bargeldbeständen jetzt schon die regulatorischen Anforderungen, die für andere Banken erst nach Ablauf der Übergangsfrist bis 2019 gelten werden, so der ZKB-Chef. Und dafür werde sie bestraft. Leidtragende sind die Kunden

Auch ein Ausweichen auf ausländische Notenbanken nach dem Vorbild anderer, international ausgerichteter Finanzinstitute, kommt für die ZKB nach Angaben ihres Chefs nicht in Frage. Sie könne ihr Geld nur bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) lagern. Diese führte im Januar die Negativzinsen ein.

Doch Leidtragende ist nicht die Bank, sondern ihre Kunden. Denn die Bank gibt ihre Kosten weiter. Dies sei von der Nationalbank so beabsichtigt gewesen, damit sich der Negativzins auch im Markt durchsetzt, erklärt der ZKB-Chef.