Wächst die Weltwirtschaft, schmilzt der Öl-Überschuss

Vor allem im Bereich der US-Fracking-Industrie können die meisten der temporär vom Markt gegangenen Förderstätten ohne großen technischen Aufwand wieder hochgefahren werden, so dass sich das Angebot wieder erhöhen würde. Ein sprunghafter Anstieg des Ölpreises erscheint damit unwahrscheinlich.

Bleibt die Hoffnung auf Heilung der fundamentalen Seite. Wächst etwa die Weltwirtschaft dieses Jahr um rund 3 Prozent, dürfte bei gleichbleibender Fördermenge das Überangebot an Produktion in der zweiten Hälfte absorbiert werden. Fragt sich nur, ob der Markt so viel Zeit hat.

Fraglich ist auch, ob inzwischen nicht doch neue Anbieter an den Ölmarkt kommen. Die iranische Regierung dringt darauf, wieder stärker in die Förderung einzusteigen und kündigte in der kurzen Frist (also über rund 6 Monate) eine Ausweitung der Produktion um 600.000 Barrel pro Tag an. Sollte dies realisierbar sein, würde sich die natürliche Absorption des Ölüberschusses weiter aufschieben.

Unter dem Strich klingt all dies nicht gerade danach, als stünde der Ölpreis unmittelbar vor einer Kehrtwende nach oben. Es ist zu befürchten, dass Anleger noch eine ganze Weile mit niedrigen Kursen leben müssen.