Bilanzpressekonferenz 2010 bei der Allianz. <br> Das Unternehmen ist einer der beiden Favoriten von S&P.

Bilanzpressekonferenz 2010 bei der Allianz.
Das Unternehmen ist einer der beiden Favoriten von S&P.

„Übergewichten“: S&P-Analyse zur Versicherungsbranche

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Gut zwei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise haben sich laut S&P die Einnahmen der Versicherungsgesellschaften wieder erholt und das Risikoprofil verbessert. Die Analysten rechnen mit weiterhin steigenden Erträgen: Für das Jahr 2011 prognostizieren sie für die erfassten Versicherungsunternehmen ein operatives Ergebnis von plus zehn Prozent. Dieser Prognose liegen die Gewinnerwartungen für 2010 zugrunde. Für das abgelaufene Jahr lag die Prognose bei einem Gewinnwachstum von 18 Prozent – die tatsächlichen Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Für die langfristigen Sparprodukte der Versicherer erwarten die Analysten eine stärkere Unterstützung seitens der Politik. Tony Silverman, Analyst Versicherungsaktien bei S&P Equity Research, geht davon aus, dass die politischen Entscheidungsträger in Zukunft neue Anreize für Vorsorgeprodukte schaffen werden. Dadurch würde sich die Anzahl der dauerhaften Inhaber von langfristigen finanziellen Vermögenswerten erhöhen.

„Auch andere Bereiche stimmen versöhnlich“, so S&P weiter. Die Rentabilität aus dem Nicht-Leben-Segment erscheine robust, die Garantierisiken innerhalb des Lebensversicherungsgeschäfts seien besser unter Kontrolle als in der Vergangenheit. Die Schwellenländer haben auch weiterhin einen positiven Einfluss auf den Sektor, und Solvency 2 habe sich empfänglich für den von der Versicherungsindustrie betriebenen politischen Druck gezeigt. Darüber hinaus hat sich laut S&P die Finanzberichterstattung der Versicherungsunternehmen deutlich verbessert.

Probleme sieht Silverman angesichts der historisch niedrigen Zinsen, trüben Preiskalkulationen im Nicht-Leben-Geschäft, Unsicherheiten rund um das Geschäftsmodell bei Lebensversicherungen sowie dem Kreditrisiko in Anleiheportfolios. Es wäre jedoch ein Fehler, sich ausschließlich auf diese Problemfelder zu fokussieren, betont er.

Kaufempfehlung für Allianz und Zurich Financial Services

Mitte Januar hob S&P die Empfehlung für die Branche auf „übergewichtet“ an. Als besonders interessanten Kaufkandidaten bezeichnet die Rating-Agentur dabei die Allianz und Zurich Financial Services. Die Gründe sind bei beiden Unternehmen ähnlich: Wachstum im Leben-Geschäft, Erholung im Nicht-Leben-Geschäft, relativ starke Bilanzen in einem Sektor, in dem die Bilanzstärke sehr schwankend ist, moderates Kurs-Gewinn-Verhältnis und hohe Dividendenrenditen.

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