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Um 1,6 Prozent Darum erwarten Strategen einen Dax-Jahresverlust

Aktienkurs. Foto: Getty Images
Aktienkurs. Foto: Getty Images
Der deutsche Leitindex wird in diesem Jahr um 1,6 Prozent fallen, ergab der Durchschnitt auf 13 Schätzungen, die Bloomberg zusammengestellt hat. Es wäre der erste Jahresverlust für den Dax seit 2011. Seit seinem Tief im selben Jahr hat der Index fast doppelt so hohe Gewinne aufgewiesen hat wie seine regionalen Pendants.

Strategen haben ihre Jahresendprognosen in der ganzen Region drastisch reduziert, weil sie die Gewinnaussichten skeptischer beurteilen. Einst bevorzugt, weil ihre Exporte sie unabhängiger von der schleppenden Wirtschaft in Europa machten, gerieten Dax-Unternehmen im Zuge der globalen Nachfrageabkühlung und Euro-Stärke unter Druck. Und obwohl sich der Index von seinem Februar-Tief schneller erholt hat als der Stoxx 600, nehmen die Bedenken zu, dass der sich eintrübende Wachstumsausblick die Rally zum Stillstand bringen könnte, die den deutschen Aktien innerhalb von zwei Monaten 200 Mrd. Dollar an Börsenwert zurückgebracht hat.

„Auch wenn es zuletzt nicht den Eindruck gemacht hat, wird es ziemlich rau bleiben“, erklärte Ralf Zimmermann, Stratege beim Bankhaus Lampe in Düsseldorf. Er sagt für den deutschen Leitindex einen Jahresgewinn von 0,5 Prozent voraus. „Der Dax wird vorwiegend von globalen Ereignissen beeinflusst, und seine Aktien sind dem globalen Geschäftszyklus stark ausgesetzt - die Bedingungen für einen Wachstumsschub sind nicht gegeben.“

Der Dax hat in diesem Jahr 6,4 Prozent eingebüßt und damit etwas mehr als der Stoxx Europe 600 Index. Gleichzeitig sind die Kosten für Optionen zur Absicherung gegen künftige Kursschwankungen deutscher Aktien im Verhältnis zu der Region auf das höchste Niveau seit letztem Mai gestiegen. Ein börsengehandelter Fonds, der deutsche Aktien nachbildet, erlitt seit Februar Abflüsse im Umfang von fast 630 Mio. Dollar (558 Mio. Euro).
Die Strategen haben ihre Jahresendprognosen für den Dax von 11.664 im Januar nun auf 10.569 Punkte gesenkt. Für den Stoxx 600 sagen sie Ende 2016 einen nahezu unveränderten Stand voraus.
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