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Die Gehaltserwartungen an der Wall Street sind hoch. Foto: iStock

Die Gehaltserwartungen an der Wall Street sind hoch. Foto: iStock

Umfrage an der Wall Street

Finanzmanager hatten höhere Gehälter erwartet

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Auf die Frage, ob sie mehr oder weniger verdienen, als sie zu Beginn ihrer Karriere erwartet hatten, sagten 48 Prozent der Befragten in einer weltweiten Umfrage von Bloomberg, dass die Vergütung geringer oder sehr viel geringer sei als sie erhofft hatten. Lediglich 14 Prozent gaben an, dass die Bezahlung ihre Erwartungen übertroffen habe. Ein Drittel erklärte, der Verdienst sei in etwa so wie erwartet.

Und das ist nicht ihre einzige Sorge, berichtet das Magazin Bloomberg Markets in seiner Juni-Ausgabe. Die Mitte April durchgeführte Umfrage unter Händlern, Analysten, Fondsmanagern und Top-Managern, die Bloomberg-Kunden sind, zeigt die Befürchtungen vieler, dass der Finanzsektor weiter schrumpfen wird, da strengere Vorschriften auf die Gewinne drücken. Auch haben viele Umfrageteilnehmer wenig Vertrauen, dass die Aufseher den nächsten Finanzkollaps vermeiden können. Die Banken seien immer noch zu groß, um zu scheitern, sagen die Finanzprofis.

Die größten Banken stehen nach den Rettungsaktionen in den Jahren 2008 und 2009 unter Druck, die Kosten zu senken. Denn neue Vorschriften zwingen sie, weniger Fremdkapital zu nutzen, weniger Risiken einzugehen und aus einigen Geschäftsaktivitäten auszusteigen. Das bedeutet, dass die Vergütung gekürzt werden muss - ein Thema, das die Führungskräfte jedes Quartal diskutieren. Bei Telefonkonferenzen zu den Quartalszahlen rühmten sich unter anderem der Vorstandsvorsitzende von Morgan Stanley, James Gorman, und die Finanzchefin von JPMorgan Chase, Marianne Lake, sie hätten die Mitarbeitervergütung gemessen am Anteil der Erträge gesenkt.

Der Trend ist eindeutig. Goldman Sachs hatte für die Vergütung im vergangenen Jahr 12,7 Milliarden Dollar oder 36,8 Prozent der Erträge zurückgelegt. Seit dem Börsengang der Bank im Jahr 1999 war die Quote nur einmal niedriger: 2009 mit 36 Prozent. Die durchschnittlichen Zahlen für 2014 liegen bei 373.265 Dollar pro Mitarbeiter, verglichen mit 504.750 Dollar 2007.

„Sie verdienen immer noch anständiges Geld, aber das ist nichts im Vergleich zu 2007,“ sagt Jeanne Branthover, Leiterin des Bereichs Finanzdienstleister bei der Personalberatung Boyden Global Executive Search in New York. „Es ist schwieriger, einen großen Bonus zu bekommen, weil mehr Faktoren ins Spiel kommen, unter anderem, wie gut die gesamte Firma abschneidet.“

Hingegen hält sich die Vergütung von Bankern auf der Buy- Side gut, berichtet Branthover. „Bereiche wie die Vermögensverwaltung haben während der Krise nicht stark gelitten, sondern machen sich gut“, sagt sie. Die Umfrage ist eine repräsentative Erhebung unter Bloomberg-Kunden und deckt sowohl die Buy- als auch die Sell-Side ab.

Insgesamt erscheint die Zukunft der Wall Street in den nächsten zehn Jahren weniger rosig: Dreiundvierzig Prozent sagen, die Branche werde schrumpfen, da die Regulierung Chancen abwürgt. Hingen erwarten 18 Prozent, eine überraschend hohe Anzahl, einen weiteren Finanzkollaps. Nur sieben Prozent sehen rosigere Perspektiven mit Wachstum und höheren Gewinnen.

Selbst wenn sie eine Schrumpfung erwarten, sind die Umfrageteilnehmer nicht optimistisch, dass die Aufseher ein entscheidendes Problem von 2008 gelöst haben. Damals hatte der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers das Finanzsystem an den Rand des Abgrunds gebracht. Die Banken seien noch immer zu groß, um zu scheitern, sagen 71 Prozent der Befragten. Als Gründe nennen sie, dass die Finanzinstitute zu komplex seien (beliebteste Antwort) oder dass sich die Aufseher auf die falschen Sachen konzentrieren. Nur 21 Prozent sind der Meinung, dass das Problem „Too big to fail“ durch weniger Fremdkapital oder aufsichtsrechtliche Pläne zur Abwicklung angeschlagener Gesellschaften gelöst wurde.

Zwar beschweren sich die Finanzprofis über die Regulierung, aber die Meinungen sind gespalten. Neununddreißig Prozent sagen, es gab erheblichen oder umfassenden Schaden für ihr Geschäft. Eine geringfügige Mehrheit von 51 Prozent sagt, dass die Auswirkungen begrenzt oder gar nicht vorhanden waren. Etwa fünf Prozent sagen, die Vorschriften seien in der Tat gut für sie gewesen.

Die Bloomberg Market Gobal Poll umfasst die Antworten von 1280 Bloomberg-Terminal-Nutzern. Sie wurde am 14./15. April von Selzer & Co. aus Des Moines, Iowa durchgeführt. Die Fehlermarge liegt bei plus oder minus 2,7 Prozentpunkten.

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