Umfrage der Signal Iduna Nahles-Rente bei Arbeitgebern weitgehend unbekannt

SPD-Vorsitzende Andrea Nahles: Nach der ehemaligen Sozialministerin ist das Sozialpartnermodell benannt. | © Getty Images

SPD-Vorsitzende Andrea Nahles: Nach der ehemaligen Sozialministerin ist das Sozialpartnermodell benannt. Foto: Getty Images

Auch nach mehr als einem Jahr Betriebsrentenstärkungsgesetz kennt nicht einmal jeder dritte Arbeitgeber das Sozialpartnermodell. Lediglich 7 Prozent der Arbeitgeber wissen, was es exakt ist. 23 Prozent von ihnen kennen es nur dem Namen nach. 68 Prozent gaben an, das Konzept nicht zu kennen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage unter Unternehmensentscheidern im Auftrag des Versicherers Signal Iduna.

„Es ist nur auf den ersten Blick verwunderlich, dass das Sozialpartnermodell bei den Arbeitgebern noch nicht durchgehend angekommen ist. Denn noch liegt der Ball bei den Tarifvertragsparteien. Diese müssen zunächst die grundlegenden Regeln aufstellen“, sagt Clemens Vatter. Er ist im Konzernvorstand der Signal Iduna zuständig für die Sparte Lebensversicherung. 

Immerhin halten es 21 Prozent der Unternehmensentscheider für sehr beziehungsweise eher sinnvoll, das Sozialpartnermodell in ihrem Betrieb einzuführen. Dagegen ist es für 32 Prozent der Befragten weniger oder überhaupt nicht sinnvoll. Knapp jeder Dritte ist unentschlossen. 18 Prozent der Umfrageteilnehmer machten keine Angaben. 

Unternehmensentscheider, die eine Einführung des Sozialpartnermodells in ihrem Betrieb für weniger oder überhaupt nicht sinnvoll erachten, möchten ihren Mitarbeitern keine Betriebsrente ohne Garantien (52 Prozent) empfehlen. Jeder fünfte Chef, der es für weniger oder überhaupt nicht sinnvoll hält, das Sozialpartnermodell in seinem Betrieb einzuführen, fühlt sich zudem nicht ausreichend informiert. Rund 19 Prozent der Befragten, die eine Einführung des Sozialpartnermodells nicht für sinnvoll halten, scheuen den hohen Aufwand. 

Nach Einschätzung der Signal Iduna zeigen die Ergebnisse deutlich, dass eine gemeinsame Initiative des Gesetzgebers und der Branche notwendig wäre, um das bestehende Informationsdefizit auszuräumen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass sich dieses allerdings nicht allein auf das Sozialpartnermodell bezieht.

Generell wünschen sich sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer besser über die betriebliche Altersversorgung (bAV) informiert zu sein. Mehr Wissen würde zu einer höheren Zustimmung und damit zu einer größeren Verbreitung insgesamt führen. Die Signal Iduna werde daher kurzfristig ihren bAV-Kunden ein Arbeitnehmer-Informationsportal anbieten.

„Knackpunkt Garantien“ 

Clemens Vatter, Signal Iduna

„Das Sozialpartnermodell ist nach anfänglich großer Aufmerksamkeit bei der Einführung des Betriebsrentenstärkungsgesetzes wieder aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden“, kommentiert Vatter. „Tarifpartner und Anbieter arbeiten zwar im Hintergrund intensiv an Lösungen, aber die Umsetzung ist langwieriger als anfangs von den meisten Beteiligten erhofft. Die Befragung zeigt das, was wir auch in Gesprächen wahrnehmen: Die vom Gesetzgeber untersagten Garantien sind ein Knackpunkt.“

„Wir wollen jedoch mit neuen Formen der Sicherheit die nötige Akzeptanz aufbauen“, so Vatter weiter. „Große Chancen sehen wir aber auch weiterhin in der klassischen bAV-Welt. Mit einer Gesamtlösung aus marktfähigen Produkten, digitalem Service für Arbeitgeber und online-gestützten Beratungshilfen für Vermittler können wir kompetente und effiziente Lösungen in allen Bereichen der betrieblichen Altersversorgung bieten.“