Schäfchenwolken über Frankfurt Foto: Getty Images

Umfrage des BVI

Läuft bei den Fondshäusern

Der deutsche Fondsverband BVI hat ein Stimmungsbild unter hierzulande tätigen Fondsgesellschaften erhoben. Zwischen dem 15. und 25. November befragte der Verband dazu die eigenen Voll- und die Infomitglieder. Insgesamt 349 Antworten, die meisten von Führungskräften der Fondsbranche, flossen in die Erhebung ein. Eine große Rolle spielte das Trend-Thema „Nachhaltigkeit“.

Laut der Befragung ist die Stimmung unter hiesigen Profianlegern gut. Eine klare Mehrheit gab an, dass das Geschäftsjahr 2019 so wie erwartet oder sogar noch besser verlaufen sei.

Aufs kommende Jahr blickt man in den meisten Häuser gelassen. Rund die Hälfte der Befragten schätzt die Geschäftsaussichten für 2020 als unverändert ein.

Diese positive Stimmung macht sich auch in den Unternehmen selbst bemerkbar. Viele Häuser wollen Personal aufstocken.

Vor allen Dingen in der IT will man neue Mitarbeiter gewinnen.

Als stärksten Wachstumstreiber der Fondsbranche sehen die Befragten die weiterhin niedrigen Zinsen – aber auch das Thema nachhaltige Geldanlagen. Interessant: Vom Bereich passives Investieren versprechen sich die Branchenprofis vergleichsweise wenig. Nur jeder vierte gab an, dass Passivanlagen ein großer oder sehr großer Wachstumsmotor sein könnten.

Der BVI wollte auch wissen, warum überhaupt das Thema Nachhaltigkeit bei den Fondsgesellschaften so sehr im Fokus steht. Hier räumen die Branchenvertreter ein: Die Motivation stammt nicht unbedingt nur aus den Häusern selbst, sondern wird auch stark von äußeren Einflüssen getrieben. So gaben zwar rund zwei von drei Befragten an, dass nachhaltiges Investieren den ureigenen Unternehmenswerten entspreche und das Thema aus diesem Grund ihre Anlagepolitik beeinflusse. Etwa gleich viele verwiesen allerdings auch auf die Wünsche institutioneller Investoren. Diese drängten die Häuser in eine nachhaltige Richtung.

Und auch das Bild in der Öffentlichkeit spielt eine wichtige Rolle: Beinahe jeder zweite Befragte gab an, dass man sich auch mit Blick auf Öffentlichkeitsarbeit und Marketing dem Thema Nachhaltigkeit zuwende.

Immerhin waren sich die Befragten weitgehend einig, dass man in Sachen Nachhaltigkeit grundsätzlich auch bei sich selbst ansetzen müsse. So sagten 86 Prozent, dass die Fondsgesellschaften das Thema Nachhaltigkeit auch vorleben müssten. Nur rund jeder zehnte (8 Prozent) glaubt, dass die Gesellschaften als Treuhänder lediglich die Kompetenz benötigten, nachhaltig anzulegen. Wie man dagegen im eigenen Unternehmen wirtschafte, tue nichts zur Sache.

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