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Umfrage: Deutsche wollen den Euro-Soli

Jeder zweite Bundesbürger (52,3 Prozent) glaubt an die Rettung des Euro und ist zu weiteren finanziellen Hilfen bereit. Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag der Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W).

Fast vier von zehn Bürgern verbinden allerdings ihre Zustimmung für weitere finanzielle Hilfen mit klaren Auflagen und Sanktionen bei einer Nicht-Erfüllung. Nur 7,3 Prozent der Deutschen sind uneingeschränkt zur zusätzlichen finanziellen Euro-Unterstützung bereit, da ihrer Ansicht nach Deutschland vom Euro und von Europa profitiert.

Viele Deutsche wären auch bereit, für die Euro-Rettung tiefer in die eigene Tasche zu greifen. So stimmte jeder vierte befragte Bundesbürger für die Zahlung eines Euro-Soli, vergleichbar dem Solidaritätszuschlag, mit dem auch die deutsche Einheit finanziert wird. Jeder Fünfte (19 Prozent) würde eine zeitlich begrenzte Steuererhöhung zur Rettung der Gemeinschaftswährung mittragen.

Am ehesten würden die Bundesbürger auf höhere Zinsen für ihre Spargelder aufgrund der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) verzichten (32 Prozent). Einen Kaufkraftverlust infolge einer Geldentwertung hingegen würden nur die wenigsten akzeptieren: 80 Prozent lehnen eine höhere Inflationsrate zur Rettung der europäischen Gemeinschaftswährung ab.

Fast jeder Fünfte (8 Prozent) glaubt indes, dass der Euro nicht mehr zu retten ist. 37,4 Prozent der Befragten sind gegen weitere Hilfen, da Deutschland bereits jetzt ihrer Ansicht nach zu viel für die Euro-Rettung zahlt.


Hintergrundinfo: TNS Infratest hat 938 Personen in Deutschland telefonisch befragt. Die Befragung ist repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.
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