Anhebung des Höchstrechnungszinses, hohe Schadeninflation, Unsicherheit hinsichtlich künftiger Renten- und Gesundheitspolitik der Bundesregierung nach dem Scheitern der Ampelkoalition: Wie wirkt sich das im kommenden Jahr wohl auf die Assekuranz aus? DAS INVESTMENT befragte mehrere Vorstände sowie Vertriebs- und Produktverantwortliche von Versicherungsgesellschaften, welche Trends sie für das kommende Jahr erwarten. Es ging dabei sowohl um allgemeine Vertriebstrends als auch um Entwicklungen verschiedener Produktkategorien wie zum Beispiel Lebens-, Kranken- und Sachversicherung.

Nachfragehochs und Absatzeinbrüche

Im ersten Teil unserer Trendumfrage-Strecke stellen wir Ihnen die allgemeinen Vertriebstrends vor. Welche Produkte werden 2025 an Bedeutung gewinnen? Wo wird die Nachfrage in die Höhe schießen? Und wo drohen Absatzeinbrüche? Hier die Antworten.

Anmerkung der Redaktion: DAS INVESTMENT forderte die befragten Gesellschaften ausdrücklich dazu auf, auch Expertinnen zu Wort kommen zu lassen, da Frauen in der Versicherungsbranche eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Trotzdem bekamen wir auf die Fragen zum ersten Teil der Umfrage, den allgemeinen Vertriebstrends, lediglich eine Antwort einer weiblichen Führungskraft. Welche Rolle Frauen in der Versicherungswirtschaft spielen und welche Versicherungsarbeitgeber besonders frauenfreundlich sind, erfahren Sie hier.

Fondspolicen und bAV
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Ulrich Scholten, Vorstandsmitglied der Provinzial, zuständig für Finanzen und Kapitalanlage | © Provinzial
Ulrich Scholten, Vorstandsmitglied der Provinzial, zuständig für Finanzen und Kapitalanlage. Bildquelle: Provinzial

„Fondsgebundene Versicherungen mit keiner oder geringer Garantie werden meiner Einschätzung nach auch in 2025 den Markt dominieren. Beflügelt durch vielfältige Botschaften in sozialen Netzen sowie der langsam, aber stetig wachsenden Börsenkultur in Deutschland erlebt auch die Altersvorsorge mit Fonds weiterhin einen Aufschwung.

Weiterer Gewinner werden Produkte der bAV sein. Auch hier sehen wir einen wachsenden Bedarf verbunden mit einer hohen Nachfrage. Gerade der Fachkräftemangel zwingt viele Arbeitgeber, verstärkt aktiv zu werden, um über die bAV als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.

Das Reformgesetz zur geförderten privaten Altersvorsorge wird aufgrund der aktuellen politischen Lage aller Voraussicht nach nicht mehr in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden. Dadurch werden Riester- oder potenzielle Nachfolgeprodukte kaum mehr nachgefragt werden.  Hier gilt es, auf einen neuen Aufschlag der künftigen Regierung zu warten."