Umfrage

Fondsgesellschaften werden ihrer Verantwortung nicht gerecht

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Die großen deutschen Fondsgesellschaften kommen ihrer Verantwortung für die gesammelten Stimmrechte der Aktionäre nur in höchst unterschiedlichem Ausmaß nach. Das ergab eine Umfrage der Börsen-Zeitung unter den vier großen Gesellschaften Union Investment, Deutsche Asset & Wealth Management, Deka Bank und Allianz Global Investors. Demnach spielten die Assetmanager der Fondsgesellschaften zu selten ihre Macht aus, indem sie etwa einem Vorstand die Entlastung verweigerten.

Auch eine zeitnahe Auskunft über das jeweilige Abstimmungsverhalten bei den diesjährigen Hauptversammlungen ist demnach leider nicht die Regel. Vorbildlich Auskunft erteilen Union Investment und - mit Abstrichen - Deutsche Asset & Wealth Management.

Der Professionalisierungsgrad und das Engagement seien bei beiden Vermögensverwaltern annähernd gleich, heißt es in der Börsen-Zeitung. Ihr Mut, gegen die Managementempfehlung zu stimmen, sei trotz guter Ansätze aber ausbaufähig. Es ist übrigens möglich, sich über das Abstimmungsverhalten bei beiden Vermögensverwaltern bis auf den letzten Tagesordnungspunkt genau zu informieren.

Anders sieht es offenbar bei der Deka Bank und Allianz Global Investors aus. Hier kann erst im folgenden Jahr überprüft werden, wie sich die Fondsmanager zu einzelnen Themen positioniert haben. Gerade die Intransparenz erzeugt Kritik auf EU-Ebene. Aktuell entwirft die EU eine Aktionärsrichtlinie, die mehr Einsatz und Transparenz von Investoren und Vermögensverwaltern im Hinblick auf ihre Stimmrechte einfordert.

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