„Aktives Fondsmanagement in Form von aktiver Titelselektion wird noch bedeutsamer“

Der Jahresstart war sehr positiv und knüpfte anfangs nahtlos an das Rekordjahr 2021 an. Mit Beginn des Ukraine-Kriegs und den dann einsetzenden Turbulenzen an den Kapitalmärkten brach diese Dynamik im Neugeschäft, das sich seitdem verhalten entwickelt. Die Anleger sind einerseits aufgrund der diversen Krisen verunsichert, andererseits agieren sie aber auch besonnen und verfallen in keine panikartigen Verkäufe, wie wir es bei Ausbruch der Finanzmarktkrise 2008 erlebt haben. Es herrscht nämlich, anders als damals, keine Vertrauenskrise in die Finanzmärkte vor.

Das ratierliche Fondssparen steht für uns im Vordergrund. Durch die aktuelle Volatilität an den Kapitalmärkten können Fondssparpläne die Einstiegskurse glätten. Aufgrund der hohen Inflation und somit deutlich negativer Realzinsen stellen Sach- und Substanzwerte für Anleger die einzige realistische Möglichkeit dar, dieser Gemengelage wirkungsvoll zu begegnen.

Insgesamt schätzen wir das Marktumfeld nach wie vor als schwierig und unsicher ein. Von den vier für die Marktentwicklung besonders relevanten Schlüsselfaktoren – Wachstum, Inflation, Geldpolitik und Marktstruktur – ist insbesondere bei den ersten beiden Punkten noch keine Entspannung in Sicht. Im Gegenteil: Die Wachstumsdynamik hat zuletzt weiter abgenommen, sowohl in den USA als auch in Europa. Auch der Inflationsdruck ist nach wie vor hoch. Beides zusammen lastet auf den Unternehmensergebnissen. Vor diesem Hintergrund wird aktives Fondsmanagement in Form von aktiver Titelselektion noch bedeutsamer.

Wir erwarten weiterhin ein positives Absatzjahr, so wie dies durch unser Halbjahresergebnis von 9,6 Milliarden Euro Nettoabsatz, davon allein 8,1 Milliarden Euro im Privatkundengeschäft, bereits deutlich geworden ist. Insgesamt wird 2022 natürlich nicht an das Rekordjahr 2021 heranreichen können.