Umfrage unter Anlegern in Deutschland Jeder Vierte würde in Öko-Energie investieren

Wasserkraft im italienischen Vallesina: Bei der Befragung durch die GfK Nürnberg äußerten immer noch viele Privatanleger Vorbehalte gegenüber nachhaltigen Investments. | © GCE / Francesco Giallombardo

Wasserkraft im italienischen Vallesina: Bei der Befragung durch die GfK Nürnberg äußerten immer noch viele Privatanleger Vorbehalte gegenüber nachhaltigen Investments. Foto: GCE / Francesco Giallombardo

Für drei von fünf Bundesbürgern ist das Nutzen Erneuerbarer Energien ein zentraler Baustein des Klimaschutzes. Immer mehr Menschen würden sich dafür auch persönlich engagieren und ihr Geld entsprechend anlegen: 29 Prozent der Männer und rund 22 Prozent der Frauen wären bereit, in Erneuerbare Energien zu investieren.

Noch größer ist die Bereitschaft bei Befragten im Alter zwischen 20 und 29 Jahren, von denen etwa 30 Prozent interessiert sind. Das belegt die Studie „Erneuerbare Energien aus Sicht von Finanzentscheidern in Privathaushalten“, für die im Auftrag der Beratungsgesellschaft Green City aus München knapp 1.700 Personen befragt wurden.

Grüne Investments von Privatanlegern

Frank-Wolf, Green City Energy AG

Je höher der Bildungsstand, desto höher ist die Bereitschaft, in grünen Strom zu investieren. Während nur rund 14 Prozent der Bundesbürger mit Hauptschulabschluss Erneuerbare Energien als Geldanlage attraktiv finden, trifft das auf etwa 43 Prozent der Deutschen mit Abitur zu. Bundesweit haben rund 6 Prozent der Bürger heute schon in diesem Bereich Geld angelegt.

„Das Interesse ist weit größer als es die bisherigen Investments von Privatanlegern vermuten lassen“, sagt Green-City-Finanzvorstand Frank Wolf. „Das Potenzial für die Finanzierung der Energiewende ist also noch längst nicht ausgeschöpft. Um noch mehr privates Kapital für den Klimaschutz zu mobilisieren, ist verstärkt Aufklärungsarbeit über diese Anlageprodukte erforderlich.“

Unterschiede zwischen Ost und West

Mit knapp 7 Prozent liegt der Anteil der Befragten, die bereits in Kapitalanlagen zur Förderung Erneuerbarer Energien investiert haben, in den alten Bundesländern deutlich höher als in den neuen Ländern. Dort sind es nur rund 2 Prozent. Auch regional fällt das Interesse an diesen Kapitalanlagen unterschiedlich aus. Am größten ist es in Hamburg (rund 43 Prozent).

Auch die Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberger können sich überdurchschnittlich viele Befragte eine Geldanlage im „grünen Bereich“ vorstellen. Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern: Nur 6,3 Prozent der dortigen Einwohner finden erneuerbare Energie als Geldanlage attraktiv.

„Höhere Nachfrage nach grünen Anlagen“

„Mit dem gewachsenen Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Bevölkerung ist auch die Nachfrage nach grünen Anlagemöglichkeiten gestiegen“, sagt Rolf Häßler, Geschäftsführer des Kooperationspartners Institut für nachhaltige Kapitalanlagen (NKI). „Dennoch sind die Vorbehalte gegenüber Aktien, Anleihen und dergleichen bei Privatanlegern nach wie vor weit verbreitet.“