Umfrage unter Arbeitnehmern So wäre eine Betriebsrente ohne Garantie akzeptabel

Lagerarbeiter: Das 2018 in Kraft getretene Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) sollte vor allem Mitarbeitern kleiner und mittelständischer Unternehmen einen unbürokratischeren Abschluss einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) ermöglichen. | © ELEVATE

Lagerarbeiter: Das 2018 in Kraft getretene Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) sollte vor allem Mitarbeitern kleiner und mittelständischer Unternehmen einen unbürokratischeren Abschluss einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) ermöglichen. Foto: ELEVATE

Traditionelle Betriebsrenten, die eine bestimme Rentenzahlung im Alter garantieren, stehen in Zeiten anhaltender Niedrigzinsen vor ähnlichen Problemen wie klassische Lebensversicherungen. Statt Garantiezinsen zu versprechen, setzen die Anbieter daher auf Beitragserhalt. Dieses Modell findet bei den Deutschen unter ganz bestimmten Umständen Akzeptanz, wie aus einer Online-Umfrage unter rund 500 Arbeitnehmern hervorgeht.

Clemens Vatter, Signal Iduna

Demnach würde rund jeder vierte Arbeitnehmer (27 Prozent) eine Betriebsrente ohne Garantien akzeptieren, wenn die eingezahlten Beiträge nicht verloren gehen. Jeder Fünfte (20 Prozent) sagte, dass der Arbeitgeber die Beiträge einzahlen müsse und nicht auf Lohn beziehungsweise Gehalt verzichtet werden dürfe. Und 7 Prozent fänden sie akzeptabel, wenn in Anlageformen wie Aktien investiert wird, um die Renditechancen zu erhöhen.

Bei dem letztgenannten Punkt zeigen sich große Unterschiede zwischen den Altersklassen: Die Bereitschaft, ein gewisses Risiko mit der Aussicht auf höhere Renditechancen in Kauf zu nehmen, unterscheidet sich mit 14 Prozent sogar signifikant zwischen den 35- bis 44-Jährigen und den älteren Befragten. Unter den 45- bis 54-Jährigen zeigen diese Bereitschaft nur 6 Prozent, bei den über 54-Jährigen sogar nur 1 Prozent der Befragten.

Und 30 Prozent der Umfrageteilnehmer würden generell keine Betriebsrente ohne Garantie akzeptieren. Bei den über 54-Jährigen ist die Ablehnungsquote mit 39 Prozent am höchsten und unterscheidet sich deutlich von der viel geringen Ablehnung unter den 18- bis 44-Jährigen. Dort zeigen sich nur 22 Prozent ablehnend. Lediglich 5 Prozent der befragten Arbeitnehmer würden uneingeschränkt einer Betriebsrente ohne Garantie zustimmen.

Garantien sind weiterhin wichtig

Wenig überraschen die Ergebnisse zur Frage: „Wie wichtig ist Ihnen eine Garantie bei der betrieblichen Altersvorsorge?“ Unabhängig von Geschlecht, Alter und Bildung sagt die Mehrheit der Befragten, dass ihnen eine Garantie sehr wichtig und eher wichtig ist (79 Prozent). Lediglich für 12 Prozent der befragten Arbeitnehmer sind Garantien eher nicht oder überhaupt nicht wichtig. Bei Frauen sind es nur 9 Prozent, bei Männern dagegen 16 Prozent.

„Auch gut ein Jahr nach dem Betriebsrentenstärkungsgesetz hat sich an den Einstellungen zu Garantien in der Altersvorsorge nicht grundlegend etwas geändert“, kommentiert Clemens Vatter, Konzernvorstand der Signal Iduna und zuständig für die Lebensversicherung. „Die Menschen wollen Garantien, weil sie Sicherheit geben.“ In seinen Betriebsrententarifen teile der Versicherer die Sparbeiträge daher zwischen Sicherungsvermögen, Wertsicherungsfonds und freien Fonds auf.

Doch auch bei den Arbeitgebern sei noch viel Aufklärungsarbeit hinsichtlich der Sicherheit zu leisten. In einer parallelen Online-Umfrage unter mehr als 500 Unternehmensentscheidern sagte ein Drittel der Befragten, dass es weniger bis überhaupt nicht sinnvoll sei, das auch Nahles-Rente genannte Sozialpartnermodell in ihrem Betrieb einzuführen. Als Begründung hierfür wurde zumeist (52 Prozent) die als fehlend betrachtete Garantieleistung genannt.