Umfrage: Verunsicherte Deutsche wollen keine Eurobonds

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Die Zahl der überzeugten Eurobonds-Befürworter erreicht in Deutschland gerade einmal 17 Prozent. Das ergibt eine repräsentative Umfrage der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1.000 Bundesbürgern.

Bevölkerung stützt Merkels kritischen Kurs

Rund ein Viertel hat keine Meinung, gut jeder zweite lehnt die von vielen EU-Ländern befürwortetet Kapitalmaßnahme ab. Damit weiß die Bundesregierung die Mehrheit der Bevölkerung bei ihrer harten Linie gegen die Pläne von EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso hinter sich.

Doch das Vertrauen in Angela Merkels harten Kurs ist angeschlagen. Nur rund ein Drittel der Deutschen glaubt daran, dass sich Deutschland im Streit mit Brüssel behaupten wird. Knapp jeder Zweite rechnet hingegen mit einem Einknicken der Bundesregierung und der Einführung von Eurobonds.

Ersparnisse werden umgeschichtet oder ausgegeben

Generell zeigen die Umfrage-Ergebnisse eine erhebliche Verunsicherung in der Bevölkerung: Zwei von drei Bundesbürgern haben Angst davor, dass die europaweite Staatsschuldenkrise zu einer schleichenden Enteignung der Sparer führen wird. Mehr als jeder Vierte von ihnen hat daher bereits damit begonnen, seine Ersparnisse umzuschichten, während jeder Sechste schon ganz bewusst Rücklagen für ein neues Auto oder eine Urlaubsreise verkonsumiert hat.

Nicht alle zeigen sich indes handlungsfreudig. 40 Prozent der derzeit verunsicherten Deutschen haben im Kampf gegen die Kombination aus niedrigen Guthabenzinsen, fallenden Aktienkursen und steigenden Steuern noch nichts unternommen. Lediglich 17 Prozent haben bisher ein Gespräch mit ihrer Bank geführt, ihre Versicherung sprachen gar nur 8 Prozent an.

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