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Hubert Becker, Geschäftsführender Gesellschafter bei Instinctif Partners in Deutschland. | © Instinctif Partners

Umfrage von Instinctif Partners Finanzbranche sieht zunehmende Gefahr von Cyber-Attacken

Mehr als zwei von drei Finanzdienstleistungsunternehmen in Deutschland sehen eine starke Zunahme der Risiken von Cyber-Angriffe und Datenschutzverletzungen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Kommunikationsberatung Instinctif Partners unter Kommunikationsverantwortlichen und Deutschland-Chefs von 21 hierzulande registrierten Banken, Vermögensverwaltern und sonstigen Finanzdienstleistern mit einem verwalteten Vermögen von 1.670 Milliarden Euro.

52 Prozent der befragten Unternehmen werten bei solchen Attacken den Verlust von Kunden als sehr gefährlich, 47 Prozent befürchten generelle Reputationsschäden. Finanzielle Nachteile durch Haftung, Strafzahlung oder Erpressung befürchten hingegen lediglich 19 Prozent der Befragten. Auch das Risiko einer Beeinträchtigung durch Social Media-Kanäle im Zuge eines Cyber-Angriffs werde unterschätzt, teilt Instinctif Partners mit. Lediglich knapp jedes fünfte befragte Unternehmen sehe hier eine große Gefahr.

Die Gefahr ungezielter Cyber-Angriffe schätzen 60 Prozent der Befragten als hoch ein, für gezielte Cyber-Attacken wird die Gefahr hingegen von lediglich 21 Prozent als hoch eingeschätzt. Als besonders hoch wird auch die Gefahr für die Geschäftsleitung und das Portfoliomanagement bewertet: Mehr als 60 Prozent der Umfrageteilnehmer halten diese Personengruppen für besonders gefährdet – und 80 Prozent sehen für den Vertrieb lediglich ein durchschnittliches Risiko.

Dagegen seien Angriffe auf die übrigen Mitarbeiter statistisch gesehen viel wahrscheinlicher, heißt es von Instinctif Partners. Ein Großteil gezielter und ungezielter Cyber-Attacken sei an die breite Mitarbeiterschaft gerichtet, die Bedrohungslage im Vertrieb oder in der Administration dürfe daher nie unterschätzt werden.

IT-Schutz statt Krisenvorbeugung im Fokus

Noch immer ziele ein Großteil der Maßnahmen, die von den Unternehmen ergriffen werden, auf IT-Schutz statt auf eine umfassende Krisenvorbeugung ab, kommentiert Carsten Böhme, Geschäftsführender Gesellschafter bei Instinctif Partners Deutschland, die Umfrageergebnisse. So zählten für zwei Drittel der Befragten Krisenpläne und die Überprüfung der IT-Sicherheit zu den wichtigsten Maßnahmen, um sich auf Cyber-Attacken vorzubereiten. Vernetzte Krisensimulationen halten 47 Prozent für wichtig, die Einrichtung einer Hotline wird von 13 Prozent der Befragten genannt.

Krisenpläne seien sinnvoll, die Maßnahmenpalette sei jedoch deutlich breiter, mahnt Hubert Becker, ebenfalls Geschäftsführender Gesellschafter bei Instinctif Partners in Deutschland. „Finanzdienstleister sollten deshalb neben Risiko-Assessments außerhalb der IT auch Krisensimulationen stärker präventiv nutzen“, betont er. Darüber hinaus empfehle sich der Abschluss einer Cyber-Versicherung. Sie schütze vor finanziellen Schäden und biete im Ernstfall zudem sofortigen Zugriff auf Experten aus Recht, IT und Krisenkommunikation.

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