Die Hamburger Innenstadt ist ein teures Pflaster. <br> Marktpreiseinbrüche stellen für institutionelle Investoren <br> das größte Risiko dar. Quelle: Fotolia

Die Hamburger Innenstadt ist ein teures Pflaster.
Marktpreiseinbrüche stellen für institutionelle Investoren
das größte Risiko dar. Quelle: Fotolia

Umfrage zu Immobilien: Institutionelle streiten über die Risiko-Definition

//
Was verstehen Sie unter Risiko? Auf diese einfache Frage wussten die meisten der 156 von Axa Investment Managers (Axa IM) befragten institutionellen Investoren keine eindeutige Antwort. Denn statt eines einheitlichen Begriffs gibt es in diesem Bereich mehrere zum Teil sehr unterschiedliche Definitionen.

Der Großteil der Umfrageteilnehmer ließ die Frage, wie ihr Institut Risiko definiert, unbeantwortet. Für knapp ein Viertel der institutionellen Anleger, die bei der Umfrage eine Risikodefinition abgaben, macht der Verlust von Vermögenswerten oder der Ausfall von Zahlungsströmen das Risiko von Immobilienanlagen aus. Weitere 18 Prozent der Befragten sehen die Abweichung von Ziel- beziehungsweise Erwartungswerten als Risiko an. Selbst positive Überraschungen stellen für einige der Investoren aus dieser Gruppe ein Risiko dar.

16 Prozent der Investoren gaben an, dass sie Risiken als Preis für die Chance auf höhere Renditen begreifen.

„Risiko entsteht durch Ungewissheit“, so lautete die am vierthäufigsten genannte Definition. Mehrere Umfrageteilnehmer räumten sogar ein, dass in ihrem Unternehmen Risiko nicht eindeutig definiert ist oder jede Abteilung darunter etwas anderes versteht.

Indirekte Investments gelten als risikoreicher

Die Mehrheit der befragten Institutionellen hält Immobilienfonds für risikoreicher als den direkten Kauf von Häusern oder Wohnungen. So bezeichneten 47 Prozent das Risiko von direkten Immobilieninvestments als gering oder sogar sehr gering. Diese Einschätzung trafen allerdings nur 23 Prozent für indirekte Immobilienanlagen. Vor allem Kreditinstitute und Unternehmen schätzen indirekte Immobilieninvestments als riskanter ein. Lediglich Pensionskassen sprechen direkten Immobilieninvestments mehr Risiken zu als indirekten.

Frank Richter, Leiter des institutionellen Deutschland- und Österreich-Geschäfts bei Axa IM, sieht den Grund in der politischen Diskussion über eine schärfere Regulierung der offenen Immobilienfonds.

Größtes Risiko: Marktpreiseinbrüche

Am meisten Angst haben die Investoren vor einem möglichen Einbruch der Marktpreise für Objekte, die sie direkt oder über Fonds gekauft haben. Das gaben 62 Prozent der Befragten an; bei Versicherungen waren es sogar 72 Prozent. Probleme mit den Objekten selbst nannten hingegen nur 48 Prozent als größtes Risiko. Liquiditätsrisiken nannten 35, Länderrisiken 29 Prozent der Investoren (Mehrfachnennungen waren möglich).

Mehr zum Thema
BVI: In offenen Immobilienfonds dominieren junge Objekte
Geschlossene Immobilienfonds: „Wohlfühlen heißt bleiben“
Immobilienmarkt: Berliner Bestlagen boomen
nach oben