Läufer mit Fitnesstracker Foto: Imago / Shotshop

Umfrage zu Krankenversicherungen

Verhaltensbasierte Tarife? Ja bitte!

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Ob in Deutschland oder in der Schweiz: In beiden Ländern sind gesetzlich Krankenversicherte insgesamt eher unzufrieden mit den bestehenden Versicherungsmodellen. Das ist eines der Kernergebnisse einer Umfrage des Schweizer Softwareherstellers BSI in Zusammenarbeit mit der ZHAW School of Management & Law.

Gegenstand der Studie war unter anderem, inwiefern Krankenversicherte sich aufgeschlossen für digitale Anbieter der Kassen zeigen und was sie von risikoadjustierten Tarifen halten.

Kostenübernahme für Vorsorgeuntersuchungen am wichtigsten

Rund drei von vier Befragten in Deutschland verlangen von ihrer Krankenkasse an erster Stelle die Kostenübernahme für regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, 44 Prozent legen Wert auf die Kostenübernahme für homöopathische Leistungen.

Als am wenigsten interessant wurden die Behandlung in Privatkliniken eingestuft: Nur rund jeder fünfte Umfrageteilnehmer legt darauf Wert. Die Unterbringung in einem Einzelzimmer bei Krankenhausaufenthalten wird hingegen häufig als Grund für einen Wechsel in die Private Krankenversicherung (PKV) genannt.

Rund jeder zweite Befragte offen für digitale Services

Der Studie zufolge ist die Nutzung digitaler Services der Krankenkassen in der Schweiz bereits stärker verbreitet als in Deutschland: So schätzt sich zwar rund jeder zweite Befragte als offen für digitale Angebote ein, sofern sie einen Mehrwert bieten. Allerdings seien 30 Prozent als Digitalisierungsgegner einzuordnen, teilt der Softwarehersteller BSI mit. Weitere zehn bis 20 Prozent seien nach wie vor unentschlossen, was sie von digitalen Gesundheitsdiensten halten sollen. Dabei spiele auch Unkenntnis eine Rolle, da vielen Versicherte über bereits bestehende Services nicht informiert seien.

Unter den verfügbaren digitalen Angeboten ist die digitale Versicherungskarte in Deutschland am populärsten, gefolgt von Online-Versicherungsportalen und Fitnesstrackern. Die Reduktion von Verwaltungsaufwand, eine schnelle Rückvergütung von Vorleistungen durch Versicherte sowie beschleunigte, tageszeitunabhängige Digitalprozesse waren weitere Wünsche an die Kassen.

Rund jeder Zweite befürwortet risikoadjustierte Tarifmodelle
Gegenüber risikoadjustierten Tarifmodellen aufgeschlossen zeigt sich laut Umfrage zudem rund jeder zweite Befragte – sofern die Modelle fair sind. Darunter verstehe die Mehrheit der Teilnehmer verhaltensbasierte Ansätze, die das Belohnen eines positiven Verhaltens – etwa über Bonuspunkte für tägliche Bewegungseinheiten -  und die Bestrafung negativer Verhaltensweisen vorsehen. Erbliche Veranlagungen oder nicht beeinflussbare Erkrankungen sollen hingegen außen vor bleiben. Insgesamt sprachen sich 58 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer für Tarifmodelle aus, die an die Nutzungsergebnisse eines digitalen Schrittzählers gekoppelt sind. Als Mindestanreiz nannte die Mehrheit eine Prämiensenkung in Höhe eines Monatsbeitrags.

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