Umsatzverderber

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Zwar winkt anders als bei den Gastwirten noch eine monatelange Sonderkonjunktur. Spätestens Ende Dezember jedoch kommt kein Berater um folgende Erkenntnis herum, die an eine Weissagung der Cree-Indianer erinnert: Wenn der letzte Kunde angerufen, das letzte Hohelied auf Dachfonds gesungen und der letzte Euro gedreht ist, werdet ihr feststellen, dass ein Acht-Stunden-Arbeitstag verdammt lang sein kann. Natürlich, es bleibt die Hoffnung, die nicht nur bei den Münchner WiesnWirten zuletzt stirbt: Kein Gesetz ist so zwingend formuliert, als dass es nicht durch massiven Protest gelockert werden könnte. So spricht vieles dafür, dass es für langfristige Sparpläne über kurz oder lang Steuererleichterungen geben wird.  Wer darauf als Berater nicht warten will, sorgt auf seine Weise vor. Zum Beispiel mit der Botschaft, dass es trotz Abgeltungssteuer viel ertragreicher sein kann, Chancen in wechselnden unterbewerteten Märkten zu nutzen, als 20 Jahre lang an einem mittelmäßigen Mischfonds festzuhalten. Das ist ebenso legitim wie korrekt. Legitim ist es auch, das eigene Geschäfts modell gegen eine jährliche Fixgebühr ganz auf Service auszurichten.  Allerdings: Berater, die mit ihren Kunden entsprechende Verträge abschließen und dann überwiegend zu abgeltungssteuersicheren Dauerinvestments raten, sind wie Wirte, die höhere Bierpreise mit der rauchfreien Umgebung begründen.