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Internationaler Tag der Umwelt

Umweltschutz – ein 6-Billionen-Dollar-Markt

Die Pflege und Wiederherstellung der weltweiten Ökosysteme könnte Schätzungen zufolge Geschäftsmöglichkeiten im Wert von 6 Billionen US-Dollar schaffen und bis 2030 Investitionen in Höhe von 2 Billionen US-Dollar erfordern (Grafik 1). Darunter fallen Maßnahmen gegen die Verschmutzung von Luft, Ozeanen und anderen Gewässern, die Verbesserung des Hochwasserschutzes, umweltfreundlicher Schiffsverkehr, eine nachhaltigere Landwirtschaft sowie die Verhinderung von Bodenerosion. Diese gewaltigen Herausforderungen eröffnen Anlegern interessante Investmentchancen.

Grafik 1: Die Wiederherstellung von Ökosystemen wird durch eine Flut von Investitionen gestützt

Welche Ziele verfolgt die UN?

Am 5. Juni, dem Weltumwelttag, beginnt die von der UN ausgerufene Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen, die bis 2030 andauert – dem Jahr, in dem auch die nachhaltigen UN-Entwicklungsziele (SDGs) erfüllt sein sollen. Denn der Verlust der biologischen Vielfalt stellt auch eine Gefahr für 80 Prozent der SDG-Teilziele dar, insbesondere in Bezug auf Armut, Hunger, Gesundheit, Wasser, Städte, Klima, Ozeane und Land.

Die erklärten Ziele der UN-Dekade sind deshalb:

  • Präsentation von Beispielen für erfolgreiche staatliche und private Initiativen, die die Zerstörung von Ökosystemen verhindern beziehungsweise sie wiederherstellen.
  • Vernetzung von Chancen und Initiativen im Bereich der Wiederherstellung von Ökosystemen mit Unternehmen, die ein robustes Portfolio aufbauen möchten, um in nachhaltige Produktion und ökologische Wirkung zu investieren.
  • Wissensaustausch verbessern, um effizient zu vermitteln, was funktioniert und wie die Wiederherstellung von Ökosystemen in großem Maßstab durchgeführt werden kann.
  • Vernetzung von Initiativen, die im selben Umfeld, in derselben Region oder an einer ähnlichen Thematik arbeiten, um deren Effizienz und Wirkung zu steigern.
  • Aktivierung eines breiteren Spektrums von Akteuren, insbesondere aus traditionell nicht beteiligten Branchen, durch den Hinweis auf die Rolle, die die Wiederherstellung von Ökosystemen für die Entstehung und den Erhalt positiver sozialer und wirtschaftlicher Entwicklungen spielt.

Wirtschaftlicher Wandel erforderlich

Die Vereinten Nationen schätzen, dass Schäden an Ökosystemen wie Wäldern, Grünflächen und Korallenriffen und der damit verbundene Verlust an Artenvielfalt die Weltwirtschaft bis 2050 knapp 10 Billionen US-Dollar kosten werden. Diese Zahl ergibt sich aus den sinkenden Ernteerträgen und Fischfangquoten sowie dem wachsenden Risiko von Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen.

Untersuchungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen haben gezeigt, dass der Großteil der globalen Nahrungsmittelproduktion von weniger als 200 Pflanzenarten abhängt. Wie wichtig das ökologische Gleichgewicht weltweit ist, verdeutlicht die Abhängigkeit von bestimmten Nutzpflanzen: Auf neun Sorten, darunter Reis, Mais und Weizen, entfallen zwei Drittel der gesamten Ernte weltweit.

Der Ausbruch neuer (Tier-)Krankheiten gefährdet ebenfalls die Nahrungsmittelversorgung der Weltbevölkerung – die 2050 nach UN-Angaben voraussichtlich auf 9,7 Milliarden Menschen angewachsen sein wird. Lediglich 40 Nutztierarten liefern den überwiegenden Teil des Bedarfs an Fleisch, Milch und Eiern. Zudem hat mehr als die Hälfte der Fischbestände die Grenze erreicht, innerhalb derer nachhaltiger Fischfang möglich ist.

Dem Weltwirtschaftsforum zufolge braucht es einen grundlegenden wirtschaftlichen Wandel, um den Verlust der biologischen Vielfalt zu begrenzen. Im Fokus stehen dabei drei sozioökonomische Bereiche, die mehr als ein Drittel der Weltwirtschaft ausmachen und bis zu 75 Prozent aller Arbeitsplätze stellen:

  • Ernährung, Land- und Meeresnutzung
  • Infrastruktur und gebaute Umwelt
  • Rohstoffe und Energie

Zusammengefasst sind diese drei Bereiche für knapp 80 Prozent der Gefährdung aller bedrohten Arten verantwortlich. Daher kommt ihnen eine wichtige Rolle beim Rückbau der Naturzerstörungen zu – was angesichts der großen Aufgaben entsprechende Chancen bietet.

Wie Anleger profitieren können

Wir erwarten, dass die Wiederherstellung der Ökosysteme mit massiven Investitionen einhergehen und eine Vielzahl von Geschäftsmöglichkeiten schaffen wird (Grafik 2).

Grafik 2: Die Wiederherstellung von Ökosystemen eröffnet eine ganze Reihe von Chancen

Regierungen weltweit haben bereits nachhaltige Konjunkturmaßnahmen in ihre Rettungspakete integriert. Dazu zählen Zuschüsse, Darlehen und Steuererleichterungen für Bereiche wie umweltfreundliches Transportwesen, Kreislaufwirtschaft und Forschung sowie die Entwicklung und Bereitstellung erneuerbarer Energien.

Grüne Konjunkturmaßnahmen werden neue Finanzmittel anziehen und neue Programme zur Folge haben, was wiederum neue Arbeitsplätze schaffen und die wirtschaftliche Aktivität befeuern wird. Unserer Einschätzung nach, gibt es weltweit bereits heute mehr als 1.000 Unternehmen, die sich auf die Wiederherstellung von Ökosystemen im Wasser und an Land konzentrieren.

Wichtige Informationen:

Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, basieren auf den verfügbaren Informationen und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen. Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge kann sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück.

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